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Die Gold- und Silberpreise sind am Freitag stark gefallen, nachdem die neuen Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten deutlich stärker ausfielen als erwartet. Anleger befürchten, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen länger hoch halten oder sogar erneut erhöhen könnte. Besonders Silber erlitt einen herben Rückschlag und verlor innerhalb weniger Stunden fast sieben Prozent.
Am Spotmarkt fiel der Goldpreis auf etwa 4.353 Dollar je Unze, während Silber unter 69 Dollar je Unze sank. Damit erlebten beide Edelmetalle ihren schlechtesten Handelstag seit Monaten.
Auslöser der starken Verkaufswelle war der amerikanische Arbeitsmarktbericht. Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen. Das war fast doppelt so viel wie von Ökonomen erwartet, die mit etwa 85.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet hatten.
Durch den starken Arbeitsmarkt steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinsen länger hoch hält. Mittlerweile schätzen die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung später in diesem Jahr auf etwa 68 Prozent ein.
Das sind schlechte Nachrichten für Gold. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab und wird dadurch weniger attraktiv, wenn die Anleiherenditen steigen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Daten stiegen die US-Staatsrenditen stark an, woraufhin Anleger Gold in großem Stil verkauften.
Der Goldpreis hat auf Wochenbasis bereits fast vier Prozent verloren. Seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen Iran und den Vereinigten Staaten Ende Februar beläuft sich der Rückgang sogar auf mehr als siebzehn Prozent.

Während Gold vor allem durch höhere Zinserwartungen unter Druck steht, verliert Silber auch technisch an Boden.
Laut Marktanalyst Razan Hilal hat das Aufwärtsmomentum von Silber mittlerweile wichtige Unterstützungslinien durchbrochen. Dadurch steigt das Risiko einer tieferen Korrektur.
Am Freitag fiel der Silberpreis um mehr als sechs Prozent auf etwa 69 Dollar je Unze. Am Tiefpunkt wurde sogar ein Niveau von 68,79 Dollar erreicht. Auf den Grafiken ist zu sehen, dass der Verkaufsdruck nahezu den gesamten Handelstag über anhielt.
Technische Analysten richten nun ihr Augenmerk auf die Unterstützungszonen um 67 Dollar und 61 Dollar. Sollten diese Niveaus brechen, könnte sich die Korrektur weiter beschleunigen.
Gleichzeitig weisen einige Analysten darauf hin, dass scharfe Rückgänge langfristig gerade neue Kaufchancen für Anleger schaffen können, die Edelmetallen positiv gegenüberstehen.

Auffällig ist, dass Gold und Silber gerade dann fallen, während geopolitische Spannungen hoch bleiben. Normalerweise profitieren sichere Häfen von Unsicherheiten auf den Finanzmärkten.
Laut Rohstoffstratege Bart Melek von TD Securities wiegen die Sorgen über die Inflation derzeit schwerer. Durch den Krieg im Nahen Osten bleiben die Energiepreise hoch, wodurch die Federal Reserve wenig Spielraum hat, die Zinsen zu senken.
Dadurch greifen Anleger zunehmend zu renditeträchtigen Anlagen wie Staatsanleihen, anstatt in Gold oder Silber zu investieren.
Auch andere Edelmetalle gerieten am Freitag unter Druck. Platin verlor über drei Prozent, während Palladium fast zwei Prozent niedriger endete.
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