Die Edelmetallrally setzt sich fort. Die Preise für Gold und Silber sind erneut auf Rekordhöhen gestiegen. Dieser anhaltende Optimismus wird durch zunehmende geopolitische Spannungen und Erwartungen an Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten befeuert.
Zinserwartungen und geopolitische Risiken
Beide Edelmetalle erleben ihre stärkste Jahresperformance seit 1979. Der Goldpreis durchbrach das bisherige Rekordhoch von 4.381 Dollar pro Unze mit einem Anstieg von über 1,5 Prozent. Silber stieg um 3,4 Prozent auf knapp unter 70 Dollar pro Unze.

Der jüngste Anstieg kommt zu einer Zeit, in der Anleger mit mindestens zwei Zinssenkungen durch die Federal Reserve, die US-amerikanische Zentralbank, im Jahr 2026 rechnen. Auch Präsident Donald Trump fordert zuletzt öffentlich eine lockerere Geldpolitik. Niedrigere Zinsen machen Edelmetalle attraktiver, da sie selbst keine Zinsen abwerfen.
Darüber hinaus verstärken geopolitische Unruhen die Rolle von Gold und Silber als sichere Häfen. Sowohl in Südamerika als auch in der Ukraine steigen die Spannungen. Die Vereinigten Staaten haben ihre Sanktionen gegen Venezuela durch eine Ölblockade verschärft, während die Ukraine im Mittelmeer einen Angriff auf einen russischen Öltanker aus der sogenannten „Schattenflotte“ durchführte.
Zentralbanken und Investoren treiben die Nachfrage an
Der Goldpreis ist in diesem Jahr bereits um fast 70 Prozent gestiegen, was auf anhaltende Käufe durch Zentralbanken und einen kontinuierlichen Zufluss in goldgedeckte Exchange-Traded Funds (ETFs) zurückzuführen ist. Laut Daten des World Gold Council stieg die Zahl der Positionen in diesen Fonds fast jeden Monat im Jahr 2025, mit Ausnahme von Mai.
Auch der sogenannte „Debasement Trade“ spielt eine Rolle: Investoren ziehen sich aus Staatsanleihen und Fiat-Währungen zurück, aus Sorge über steigende Schulden und das Risiko von Wertverlusten. Dilin Wu, Stratege bei Pepperstone Group Ltd., erläutert dies:
„Die heutige Rally wird größtenteils durch frühe Positionierungen rund um die Erwartungen von Zinssenkungen der Fed getrieben, verstärkt durch die dünne Liquidität zum Jahresende.”
Auch andere Edelmetalle profitieren von dem Aufwärtstrend. Palladium verzeichnete einen Anstieg von über 4 Prozent, während Platin den achten Handelstag in Folge stieg und erstmals seit 2008 über 2.000 Dollar erreichte.
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