Die Kurse von Gold und Silber haben 2025 einen beispiellosen Anstieg erlebt. Beide Edelmetalle erreichten in diesem Jahr Rekordhöhen und verzeichneten ihr stärkstes Jahr seit den 1970er Jahren. Was treibt diese spektakuläre Rallye an?
Gold bricht Rekorde, Silber noch explosiver
Der Goldpreis ist in dieser Woche erstmals über 4.400 Dollar pro Unze (rund 31 Gramm) gestiegen. Damit wurde der bisherige Rekord von 4.381 Dollar aus dem Oktober übertroffen. Über das Jahr gemessen verzeichnet Gold einen Anstieg von über 68 Prozent.
Silber schneidet noch besser ab. Der Preis ist um unglaubliche 134 Prozent gestiegen und liegt derzeit bei 69,1 Dollar pro Unze. Damit erreicht auch Silber einen historischen Höchststand.
Dies sind die stärksten Leistungen beider Edelmetalle seit den 1970er Jahren. Damals wurde die Rallye durch die Aufgabe des Goldstandards 1971 unter Präsident Richard Nixon angeheizt.
Bitcoin (BTC) und die meisten anderen Kryptowährungen können bei weitem nicht mit den beeindruckenden Ergebnissen von Gold und Silber in diesem Jahr mithalten. Dabei waren die Erwartungen an 2025 besonders hoch.
Rückblick: Explosive Rallye der 70er Jahre
Vor der Abkopplung vom Dollar lag der Goldpreis bei etwa 30 Dollar pro Unze. Nach einem stürmischen Jahrzehnt erreichte der Preis 1980 einen Höchststand von über 870 Dollar. Über neun Jahre entspricht das einem Anstieg von etwa 2.800 Prozent. Allein 1979 stieg der Goldpreis von 216 auf 870 Dollar, ein jährlicher Anstieg von 303 Prozent.

Auch Silber verzeichnete einen beispiellosen Aufschwung. Anfang der 1970er Jahre lag der Preis des Metalls noch bei etwa 1 Dollar pro Unze. 1980 erreichte der Silberpreis einen Höchststand von 48 Dollar, ein Anstieg von 4.700 Prozent. Allein 1979 schoss der Silberpreis von 6 auf 48 Dollar, eine Zunahme von 700 Prozent.

Unsicherheit über den Dollar treibt die Goldnachfrage
Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Rallye ist die wachsende Besorgnis über die Dominanz des US-Dollars. Die USA nutzen den Dollar zunehmend als geopolitisches Druckmittel, unter anderem durch Sanktionen und finanzielle Beschränkungen.
Immer mehr Länder versuchen daher, sich von der Einflussnahme der Vereinigten Staaten zu lösen. Gleichzeitig ist die US-Staatsverschuldung auf über 38 Billionen Dollar gestiegen.
In Kombination mit strukturellen Haushaltsdefiziten schürt dies die Angst vor zukünftiger Inflation und monetärer Repression, insbesondere in Ländern, die stark vom Dollarsystem abhängig sind.
Um sich davor zu schützen, kaufen Zentralbanken weltweit zunehmend Gold. Das Edelmetall gilt als wichtigster sichere Hafen und befindet sich außerhalb des Dollarsystems. Gerüchten zufolge kaufte China allein in diesem Jahr etwa 254 Tonnen Gold. Polen fügte seinen Reserven 83 Tonnen hinzu.
Silber profitiert von der Goldrallye und Energiewende
Silber folgt traditionell den Preisbewegungen von Gold, allerdings oft mit höherer Volatilität. Wenn der Goldpreis über einen längeren Zeitraum steigt, zieht Silber oft später nach. Genau das passiert gerade.
Dazu kommt die explosive Nachfrage nach Silber aufgrund industrieller Anwendungen. Silber ist unverzichtbar für die Herstellung von Solarmodulen. Da der weltweite Energiewandel beschleunigt, nimmt die Nachfrage nach dem Metall exponentiell zu.
Länder wie China, die Vereinigten Staaten und europäische Staaten investieren massiv in die nachhaltige Energieerzeugung, was die Nachfrage und damit auch den Preis von Silber zusätzlich antreibt.
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