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Der Goldpreis zieht weiter kräftig an und hat am frühen Freitagmorgen ein neues Allzeithoch erreicht. In der Nacht stieg der Preis des Edelmetalls auf ein Rekordhoch von 4.357 Dollar je Unze, womit der gesamte Marktwert von Gold erstmals 30 Billionen Dollar erreichte.
Damit ist Gold nun mehr als vierzehnmal so groß wie Bitcoin (BTC), das auf eine Marktkapitalisierung von 2,1 Billionen Dollar kommt. Auch im Vergleich mit den „Magnificent Seven“, Nvidia, Microsoft, Apple, Alphabet, Amazon, Meta und Tesla, überragt Gold sie. Zusammen bringen diese Techriesen rund 20 Billionen Dollar auf die Waage, also ein Drittel weniger als Gold.
Bei Unternehmen wird die Marktkapitalisierung berechnet, indem die Zahl der ausstehenden Aktien mit dem Kurs multipliziert wird. Bei Gold geht es um den Gesamtwert allen Edelmetalls, das je gefördert wurde. Exakte Zahlen sind nicht bekannt, doch Schätzungen vermitteln ein belastbares Bild der Größenordnung.
Seit dem 1. Januar ist der Goldpreis um 64 Prozent gestiegen. Anleger flüchten angesichts geopolitischer Spannungen, Handelszöllen und Sorgen um den Wert des US-Dollars massenhaft in den sicheren Hafen.
Laut Daten von TradingView hat sich der Goldpreis seit Anfang 2024 sogar mehr als verdoppelt. Analysten verweisen auf den sogenannten Debasement-Trade: die Flucht in harte Vermögenswerte als Schutz vor Währungsabwertung und Inflation.
Viele Marktbeobachter erwarten, dass mittelfristig ein Teil des Kapitals in Bitcoin fließen wird – die Kryptowährung wird oft als digitales Gold bezeichnet.
„Gold hat allein heute 300 Milliarden Dollar an Marktwert hinzugewonnen“, sagte Krypto-Analyst Sykodelic am Donnerstag. „Es legt in einer Woche eine komplette Bitcoin-Marktkapitalisierung drauf. Sobald Gold sich stabilisiert, wird Bitcoin steigen.“
Venture-Investor Joe Consorti betonte, dass der Kryptomarkt von einer lockereren Kopplung an US-Aktien profitieren würde. „Wenn Bitcoin sich von seiner hohen Korrelation mit der Nasdaq lösen kann und die Goldzuflüsse nachlassen, wird das der nächste große Trade.“
Unterdessen verwies Analyst Merlijn the Trader auf eine auffällige Divergenz. Während die weltweite Geldmenge (M2) zunimmt und Gold nach oben schießt, bleibt Bitcoin zurück. „Solche Unterschiede halten nie lange an. Liquidität sucht immer Risiko. Die Aufholjagd von Bitcoin wird heftig sein“, so der Analyst.
Der Bitcoin-Kurs notiert aktuell bei 108.813 Dollar, ein Anstieg von 16 Prozent seit Jahresbeginn. Damit liegt er 14 Prozent unter dem Allzeithoch, das zuvor in diesem Jahr markiert wurde.
Gold bleibt vorerst der große Gewinner unter Anlegern. Doch gerade der enorme Zufluss ins Edelmetall könnte langfristig zum Katalysator für eine neue Welle in Richtung Bitcoin werden. Sobald Gold abkühlt, ist der Weg frei für eine Aufholrally des digitalen Pendants.
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