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Anleger zogen im Juni in großem Stil Kapital aus Gold-ETFs ab. Weltweit flossen 8,9 Milliarden Dollar aus den Fonds, wie Daten des World Gold Council zeigen.

Damit nahm der Verkaufsdruck auf Gold weiter zu. Der Goldpreis gab im Juni den vierten Monat in Folge nach.
Besonders stark traf es Fonds in Nordamerika. Dort wurden 5,5 Milliarden Dollar aus Gold-ETFs abgezogen. Im ersten Halbjahr 2026 summiert sich der Abfluss in der Region bereits auf 7,7 Milliarden Dollar – der schwächste Jahresauftakt seit 2013.
Der wichtigste Grund ist der Umschwung bei den Zinserwartungen. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh gibt sich straffer, als viele Anleger zuvor gehofft hatten. Zugleich treiben die Spannungen zwischen den USA und Iran die Ölpreise nach oben und schüren neue Inflationssorgen.
Für Gold ist diese Gemengelage schwierig. Geopolitische Spannungen können dem Edelmetall normalerweise als sicherem Hafen zugutekommen. Wenn sie zugleich die Inflation anheizen und die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen erhöhen, wird die Lage jedoch komplexer.
Höhere Realzinsen und ein stärkerer Dollar erhöhen die Opportunitätskosten von Gold. Das Edelmetall wirft schließlich keine Zinsen ab. Das erklärt, warum Anleger trotz der Unsicherheit Kapital aus Gold-ETFs abziehen.
Die Abflüsse beschränkten sich nicht auf die USA. Auch europäische Goldfonds verloren Kapital. Im Juni flossen dort 818 Millionen Dollar ab, auch nachdem die Europäische Zentralbank den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben hatte.
Auch kleinere Regionen standen unter Druck. Außerhalb Nordamerikas, Europas und Asiens wurden 262 Millionen Dollar abgezogen, vor allem wegen Verkäufen in Australien und Südafrika.
Insgesamt sank das verwaltete Vermögen in Gold-ETFs im Juni um 13 Prozent auf 526 Milliarden Dollar. Die physischen Bestände gingen um 74 Tonnen auf 4.047 Tonnen zurück.
Ganz negativ fällt die Bilanz dennoch nicht aus. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten Gold-ETFs weltweit weiterhin Zuflüsse von 8 Milliarden Dollar. Das ist vor allem Asien zu verdanken.
Asiatische Fonds sammelten in den ersten sechs Monaten 12 Milliarden Dollar ein – so viel wie nie zuvor in einem ersten Halbjahr. Allerdings musste auch Asien im Juni einen deutlichen Rückschlag hinnehmen: 2,3 Milliarden Dollar flossen ab, vor allem aus chinesischen Fonds.
Indien stach dagegen positiv hervor. Dort nutzten Anleger den Rückgang des Goldpreises für Zukäufe.
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