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Viele Anleger warten darauf, dass Bitcoin (BTC) den Boden der Baisse erreicht, um möglichst günstig einzusteigen. In der Praxis bleibt rund um das Tief meist ausreichend Zeit für Käufe. Das Analysehaus Glassnode geht jedoch davon aus, dass die Bodenbildung bereits weit fortgeschritten ist.
Der Bitcoin-Kurs erholt sich zwar wieder, notiert aber weiterhin deutlich unter zwei wichtigen Referenzwerten: dem True Market Mean, also dem durchschnittlichen Einstiegspreis aktiver Anleger (76.600 Dollar), und dem Break-even-Niveau jüngerer Käufer (72.200 Dollar).
Das gilt bereits seit Anfang Februar. Glassnode spricht von „einer der längeren Deep-Value-Phasen in der Geschichte von Bitcoin“.

„Längere Akkumulationsphasen mit einem solchen Abschlag, in denen neues Kapital unter den Einstiegspreisen jüngerer Käufer und des breiteren aktiven Marktes eingesetzt wird, bildeten in der Vergangenheit häufig die Grundlage zyklischer Böden. Für wertorientierte Anleger ist das eine attraktive Zone“, so Glassnode.
Allerdings schließt Glassnode einen weiteren Rückgang in Richtung 53.000 Dollar nicht aus. Dort verläuft der sogenannte Realized Price, also der durchschnittliche Kaufpreis aller Bitcoin im Netzwerk, gewichtet nach ihrer letzten Transaktion. In allen früheren Bärenmärkten wurde der Boden unterhalb dieser Linie gefunden.
Hier liegt das Signal, das bislang fehlt. Der Ausstieg langfristiger Halter gehört zu einer Bodenbildung. Solange dieser Verkaufsdruck jedoch nicht nachlässt, ist der Prozess nicht abgeschlossen.

Der größte Verkaufsdruck kommt von Anlegern, die ihre Coins seit mehr als 155 Tagen halten. Viele von ihnen haben nahe am Hoch gekauft, inzwischen lässt ihre Geduld nach.
Diese Gruppe realisiert inzwischen Verluste von 280 Millionen Dollar pro Tag. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2022. Ihr Anteil an allen Gewinn- und Verlustrealisierungen ist von 15 Prozent im Februar auf inzwischen 43 Prozent gestiegen.
Jede Erholungsbewegung trifft dadurch auf eine neue Verkaufswelle. Glassnode zufolge ist ein spürbarer Rückgang dieses Drucks die zentrale Voraussetzung für eine tragfähige Erholung. Bislang ist davon nichts zu sehen.
Auch auf der Nachfrageseite fehlt bislang ein klares Signal. Die US-Börsenfonds liefern weiter keinen Rückenwind für den Coin. Damit stehen die großen Käufer offenbar noch an der Seitenlinie.
Die Abflüsse sind zwar zurückgegangen, von 193 Millionen Dollar pro Tag Anfang Juni auf inzwischen 88,9 Millionen Dollar. Unter dem Strich bleibt aber ein Minus. Der Juni endete mit Abflüssen von 4,51 Milliarden Dollar und damit mit dem schwächsten Ergebnis seit dem Start im Januar 2024.

Auch das Handelsvolumen deutet in diese Richtung. Es bewegt sich zwischen 650 und 950 Millionen Dollar pro Tag und liegt damit rund 80 Prozent unter dem Hoch vom Oktober 2025.
Es gibt dennoch einen Lichtblick. Händler am Derivatemarkt positionieren sich vorsichtig für steigende Kurse, zugleich sinken die Kosten für Absicherungen gegen starke Rückgänge. Gelingt Bitcoin die Rückeroberung der Marke von 66.000 Dollar, würde sich das Bild Glassnode zufolge deutlich aufhellen.
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