Der jüngste Rückgang des Bitcoin-Kurses (BTC) scheint nicht nur kurzfristige Händler zu verunsichern. Daten des Analyseunternehmens Glassnode zeigen, dass insbesondere langfristige Investoren, die ihre Coins normalerweise jahrelang halten, sich während des aktuellen Kursrückgangs bemerkenswert zurückhaltend zeigen. Was bedeutet das für den Bitcoin-Kurs?
Erfahrene Investoren verkaufen mit Verlust
Während des Einbruchs Anfang des Monats, als BTC zwischenzeitlich unter 60.000 US-Dollar fiel, zeigten viele Langzeithalter eine auffallende Zurückhaltung. Laut Daten von Glassnode kauften sie weniger nach als bei früheren Korrekturen, etwa beim Zusammenbruch der Kryptobörse FTX oder dem LUNA-Crash 2022.
Ein wichtiger Indikator, das sogenannte Long-Term Holder Spent Output Profit Ratio (LTH-SOPR), sank sogar unter den Wert von 1. Das bedeutet, dass diese Investorengruppe derzeit ihre Bitcoin mit Verlust verkauft. Glassnode spricht von einem „seltenen Wandel in der Überzeugung, der normalerweise nur in tieferen Phasen von Bärenmärkten auftritt“.
Langzeithalter gelten oft als das Fundament des Marktes. Dabei handelt es sich um Bitcoin-Adressen, deren Coins seit mehr als 155 Tagen nicht mehr bewegt wurden.
Glassnode setzt diese Grenze, weil On-Chain-Analysen zeigen, dass nach etwa 155 Tagen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Coin bewegt wird, signifikant abnimmt. Doch diese Gruppe zeigt nun erstmals seit langer Zeit Anzeichen von Schwäche.
Der Verkauf unter Langzeitinvestoren geht mit erheblicher Unsicherheit einher. Der beliebte Fear & Greed Index, der auf einer Skala von 0 bis 100 misst, wie sich Investoren fühlen, steht aktuell bei 10. Das deutet auf eine Phase extremer Angst hin.
Analyst: ‘Beste Kaufgelegenheit seit 2020’
Doch nicht alle sehen die aktuelle Lage als negativ. Analyst Kaleo sieht in dem jüngsten Rückgang Chancen. „Ich glaube nach wie vor, dass dies die beste Kaufgelegenheit für Bitcoin seit Anfang 2020 ist“, schreibt er auf X.
„Noch länger zu warten, um zu kaufen, ist an diesem Punkt einfach nur gierig.“ Auf seinem geteilten Chart zeigt Kaleo, wie sich frühere Korrekturen, etwa im März 2020, im Nachhinein als ideale Einstiegszeitpunkte erwiesen. Auch jetzt erwartet er eine starke Erholungsbewegung, sobald sich das Marktsentiment dreht.
Gleichwohl ist es durchaus möglich, dass BTC weiter fällt. Niemand kann genau vorhersagen, was passieren wird. Aber die Geschichte zeigt, dass Phasen der Panik und extremen Angst oft mit der Bodenbildung zusammenfallen.
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