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Die Sorge, künstliche Intelligenz (KI) könne im Bereich Decentralized Finance (DeFi) eine Welle groß angelegter Hacks auslösen, scheint sich bislang nicht zu bestätigen. Neue Daten zeigen zwar, dass die Zahl der Angriffe steigt. Der durchschnittliche Schaden geht jedoch deutlich zurück. Nach Einschätzung des Investors Haseeb Qureshi liegt das daran, dass die größten DeFi-Plattformen ihre Sicherheitsarchitektur in den vergangenen Jahren erheblich verbessert haben.
Gebannt ist die Gefahr damit nicht. Vor allem staatlich unterstützte Hacker, darunter Gruppen aus Nordkorea, bleiben Sicherheitsfirmen zufolge für die schwersten Angriffe auf die Kryptobranche verantwortlich.
Haseeb Qureshi, Managing Partner der Investmentgesellschaft Dragonfly, verweist darauf, dass der durchschnittliche Schaden pro Hack im Jahr 2026 auf weniger als 500.000 Dollar gesunken ist. Ein Jahr zuvor hatte der Durchschnitt noch bei mehr als 2 Millionen Dollar gelegen.
Seiner Einschätzung nach nehmen Hacker, die KI einsetzen, vor allem kleinere DeFi-Projekte und veraltete Software ins Visier. Die größten Protokolle haben ihre Sicherheitsmaßnahmen inzwischen deutlich ausgebaut, was erfolgreiche Angriffe erschwert.
Auch ohne die größten Vorfälle bleibt das Bild positiv. Rechnet man den Bybit-Hack vom Februar 2025 sowie die Angriffe auf Drift Protocol und KelpDAO im April dieses Jahres heraus, wurde 2026 monatlich weniger Wert entwendet als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
Qureshi reagiert damit auf Aussagen von Manuel Aráoz, dem Gründer des Blockchain-Sicherheitsunternehmens OpenZeppelin. Aráoz hatte zuvor gewarnt, dass der DeFi-Sektor weiterhin verwundbar sei, weil KI immer besser darin werde, Schwachstellen in Smart Contracts aufzuspüren. Dabei handelt es sich um Programme auf einer Blockchain, die zuvor festgelegte Bedingungen automatisch ausführen.
Auch wenn der durchschnittliche Schaden pro Angriff zurückgeht, zeigen die Gesamtzahlen, dass die Risiken weiterhin erheblich sind. Dabei geht es nicht nur um DeFi-Angriffe, sondern auch um Hacks von Handelsplattformen, digitalen Wallets und Phishing.
Daten von DefiLlama zeigen, dass im April digitale Vermögenswerte im Wert von rund 644 Millionen Dollar durch Hacks verloren gingen. Damit war es der schadenträchtigste Monat seit mehr als einem Jahr.
Der größte Angriff bleibt der Hack der Handelsplattform Bybit im Februar 2025. Dabei wurden rund 1,4 Milliarden Dollar entwendet. Dadurch stieg der Gesamtschaden in diesem Monat auf etwa 1,46 Milliarden Dollar.
Nach Angaben des Blockchain-Sicherheitsunternehmens CertiK sind die Gesamtverluste in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um 46,8 Prozent auf 1,32 Milliarden Dollar gesunken. Das Unternehmen warnt jedoch, dass dieser Rückgang ein verzerrtes Bild vermittelt. Die Zahlen für 2025 wurden stark durch den außergewöhnlich großen Bybit-Hack geprägt, den bislang größten Kryptohack überhaupt.
CertiK zufolge gingen im zweiten Quartal 2026 mehr als 70 Prozent aller Schäden auf nur zwei Angriffe zurück: die Attacken auf KelpDAO und Drift Protocol. Sie werden weitgehend Hackern zugeschrieben, die Verbindungen zur nordkoreanischen Regierung haben sollen.
Damit bleibt Nordkorea nach Einschätzung von Sicherheitsunternehmen eine der größten Bedrohungen für die Blockchainbranche. Das Analysehaus TRM Labs schätzt, dass nordkoreanische Hacker seit 2017 digitale Vermögenswerte im Wert von mehr als 6 Milliarden Dollar erbeutet haben.
Die neuesten Zahlen zeigen, dass KI bislang nicht zu der befürchteten Hackwelle im DeFi-Sektor geführt hat. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass gut organisierte Hackergruppen weiterhin enorme Schäden verursachen können. Für die Kryptobranche bleiben Investitionen in Sicherheit daher eine zentrale Priorität.
Blockchain-Projekte sollten ihre Smart Contracts nicht nur vor dem Start prüfen lassen, sondern sie auch danach regelmäßig erneut untersuchen lassen.
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