Der GameFi-Markt, der die Verschmelzung von Videospielen mit Blockchain und Kryptowährungen beinhaltet, hat einen schweren Schlag erlitten. Neue Daten zeigen, dass etwa 93 Prozent dieser Projekte mittlerweile gescheitert sind. Damit ist einer der größten Trends innerhalb der Krypto-Welt in kurzer Zeit weitgehend kollabiert.
GameFi gewann 2021 und 2022 an Popularität, da Spieler Geld verdienen konnten, etwa durch digitale Tokens oder NFTs. Dieses Versprechen zog Millionen von Nutzern und Milliarden an Investitionen an. Inzwischen zeigt sich, dass dieses Modell für die meisten Projekte nicht tragfähig ist.
Tokens verlieren nahezu ihren gesamten Wert
Analysen von unter anderem Caladan, ChainPlay und Storible zeigen, dass die Tokens von GameFi-Projekten im Durchschnitt etwa 95 Prozent an Wert verloren haben seit ihrem Höchststand 2022. Gleichzeitig ist die Zahl der aktiven Spieler stark gesunken. In vielen Fällen gibt es weniger als 100 tägliche Nutzer.
Die Daten belegen auch, dass GameFi-Projekte oft nur eine kurze Lebensdauer haben. Im Durchschnitt überleben sie etwa vier Monate, bevor sowohl der Tokenpreis als auch die Spielerzahlen drastisch sinken.
Milliardeninvestitionen verpufft
Auf dem Höhepunkt zog der Sektor mehr als 12 Milliarden Dollar an Finanzierung an. Inzwischen ist dieser Betrag stark zurückgegangen. 2024 flossen noch etwa 859 Millionen Dollar in GameFi-Projekte, ein Rückgang von rund 85 Prozent im Vergleich zu 2022. 2025 stieg dieser Rückgang auf etwa 93 Prozent an.
Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass Investoren ihr Augenmerk auf andere Sektoren innerhalb von Krypto und Technologie richten.
Investoren setzen auf KI und andere Anwendungen
Risikokapitalgeber investieren vermehrt in Künstliche Intelligenz (KI), die Tokenisierung realer Vermögenswerte und technische Verbesserungen an Blockchains, wie Layer-2-Netzwerke. Diese Sektoren bieten laut Analysen klarere Einnahmemodelle und stabileres Wachstum.
GameFi-Projekte erwiesen sich hingegen oft als abhängig von einem konstanten Zustrom neuer Spieler, was langfristig schwer aufrechtzuerhalten ist.
Kaum Gewinne für Investoren
Dass Investoren abspringen, zeigen auch aktuelle Zahlen. Seit 2025 waren nur 6 von 41 Tokenverkäufen profitabel. Viele Projekte kämpften mit einem Überangebot an Tokens und einer niedrigen Nutzerbindung.
Eine Analyse der Kryptobörse MEXC stellt fest, dass der Sektor 2025 um etwa 75 Prozent geschrumpft ist und das Interesse der Investoren nahezu vollständig verschwunden ist.
Große Spieler reduzieren Exposure
Auch große Unternehmen innerhalb des Sektors passen ihre Strategie an. Animoca Brands, ein bedeutender Investor in Blockchain-Spielen, hat den Fokus auf reines Gaming auf etwa ein Viertel seines Portfolios reduziert.
Das Unternehmen konzentriert sich nun stärker auf stabilere Aktivitäten wie Tokenisierungsdienste, Finanzmanagement und Produkte rund um Stablecoins. Diese sind Kryptowährungen, die an stabile Vermögenswerte wie den Dollar gekoppelt sind.
Zukunft von GameFi ungewiss
Anfang 2026 zeigen einige GameFi-Projekte vorsichtig eine Erholung, doch Analysten sehen dies als Ausnahmen. Eine breite Wiederbelebung des Sektors scheint vorerst auszubleiben.
Die erste Welle von GameFi ist weitgehend vorbei. Für eine nachhaltige Zukunft muss der Sektor auf bessere Gameplay-Erfahrungen und ein stärkeres Geschäftsmodell setzen, anstatt sich nur auf Spekulationen mit Tokens zu verlassen.
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