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Die Fußball-WM hat im Juni für einen spürbaren Schub auf Prognosemärkten gesorgt. Plattformen, auf denen Nutzer auf den Ausgang von Ereignissen setzen können, verzeichneten deutlich höhere Handelsvolumen. Zugleich verschärft sich die politische und juristische Debatte über die Zukunft dieser Märkte.
Kalshi erreichte im Juni mit einem Handelsvolumen von knapp 9,4 Milliarden Dollar einen neuen Rekord. Nach Daten von DefiLlama lag der Wert damit deutlich über den rund 5,3 Milliarden Dollar, die im Mai abgewickelt wurden.
Auch der Konkurrent Polymarket legte kräftig zu. Das Handelsvolumen stieg von etwa 3,5 Milliarden Dollar im Mai auf rund 4,3 Milliarden Dollar im Juni.
Nach Daten von Dune Analytics war die Fußball-WM der wichtigste Treiber dieses Wachstums. Das Turnier begann am 11. Juni und wird erstmals mit 48 Nationen ausgetragen. Bei früheren Ausgaben nahmen 32 Teams teil. Auch CNBC berichtete, dass die WM die wichtigste Aktivitätsquelle auf Prognosemärkten war.
Vor allem die K.-o.-Phase sorgt für hohe Handelsaktivität. Die Achtelfinalpartie zwischen Kanada und Marokko brachte Kalshi bereits ein Handelsvolumen von mehr als 48 Millionen Dollar. Auf Polymarket wurden für dasselbe Spiel mehr als 26,8 Millionen Dollar umgesetzt.
Auch das Achtelfinalspiel der Vereinigten Staaten stieß auf großes Interesse. Auf Kalshi wurden mehr als 2,1 Millionen Dollar auf die Frage gehandelt, welches Team weiterkommt. Ein vergleichbarer Markt auf Polymarket erreichte rund 1,6 Millionen Dollar.
Das schnelle Wachstum der Prognosemärkte sorgt in den Vereinigten Staaten zugleich für eine zunehmend scharfe juristische Auseinandersetzung. Bereits im März gingen fast ein Dutzend US-Bundesstaaten gegen Anbieter wie Kalshi und Polymarket vor. Einige Staaten wollten die Märkte stoppen, andere sie unter bestehendes Glücksspielrecht und geltende Steuerregeln stellen.
Die Bundesaufsicht sieht das anders. CFTC-Vorsitzender Michael Selig wirft den Bundesstaaten vor, rechtswidrig gegen bundesweit regulierte Börsen vorzugehen. Nach seiner Darstellung hat der Kongress festgelegt, dass allein die CFTC für die Aufsicht über solche Finanzmärkte zuständig ist.
„An jeden Bundesstaat, der Bundesrecht aushebeln und die Kontrolle über diese Märkte übernehmen will: Wir sehen uns vor Gericht“, sagte Selig.
Auch im US-Kongress geht die Debatte weiter. Casinos und Gewerkschaften forderten die Gesetzgeber im Juni auf, Sportkontrakte aus der Zuständigkeit der CFTC herauszunehmen und dem bestehenden Glücksspielrecht der einzelnen Bundesstaaten zu unterstellen.
Auch in Europa wächst der Druck auf Prognosemärkte. Die ESMA teilte vergangene Woche mit, dass viele Prognosekontrakte unter die bestehenden Regeln für binäre Optionen fallen könnten.
Damit dürften solche Produkte in bestimmten Fällen nicht mehr an Privatanleger vertrieben werden, selbst wenn sie als Prognosemarkt angeboten werden. Entscheidend sei nach Ansicht der Aufsicht nicht die Bezeichnung eines Produkts, sondern seine konkrete Funktionsweise.
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