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Das Financial Stability Board (FSB), die Aufsichtsinstanz der G20, warnt, dass Datenschutzgesetze zu den größten Hindernissen für die internationale Zusammenarbeit bei der Kryptoregulierung zählen. In einem neuen Bericht stellt die Organisation fest, dass Unterschiede zwischen den Ländern den Umgang mit Risiken am Kryptomarkt erheblich erschweren.
Das FSB, das von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) finanziert wird, veröffentlichte einen 107-seitigen Bericht, in dem es heißt, dass Regierungen weltweit nach wie vor kein einheitliches Vorgehen haben. Diese Inkonsistenz führt laut FSB zu Datenlücken, Marktfragmentierung und Regulierungsarbitrage — Situationen, in denen Unternehmen bewusst Länder mit den lockersten Regeln aufsuchen.
Ein Großteil der Probleme dreht sich um die strikten Datenschutzvorschriften in vielen Ländern. Diese Gesetze schränken die Möglichkeit ein, Daten über Kryptotransaktionen mit ausländischen Aufsichtsbehörden zu teilen. Dadurch können die Behörden nur schwer zusammenarbeiten, wenn es darum geht, grenzüberschreitende finanzielle Risiken aufzuspüren.
Manche Länder verbieten Unternehmen sogar ausdrücklich, Daten mit anderen Jurisdiktionen zu teilen. Zudem zögern viele Akteure, sensible Informationen offenzulegen — aus Angst vor Verstößen gegen Vertraulichkeit oder weil nicht garantiert ist, dass andere Länder die gleiche Offenheit zeigen. Nach Einschätzung des FSB führt das zu Verzögerungen oder sogar zum völligen Scheitern internationaler Zusammenarbeit.
Das FSB betont, dass wirksame Kooperation unerlässlich ist, um den rasant wachsenden Kryptomarkt zu beaufsichtigen. Ohne vollständige und verlässliche Daten können Aufsichtsbehörden kaum einschätzen, welche Risiken bestimmte Kryptoaktivitäten für die Finanzstabilität bergen.
Die Organisation weist darauf hin, dass viele Daten derzeit von kommerziellen Datenanbietern und aus Umfragen stammen. Diese Quellen sind oft unvollständig oder inkonsistent, was die Qualität der Aufsicht mindert. Das FSB warnt, dass diese Datenprobleme seit Jahren bekannt sind, bislang jedoch kaum Fortschritte erzielt wurden.
Auffällig ist: Während Aufsichtsbehörden den Datenschutz als Hindernis sehen, betrachten viele Akteure in der Kryptowelt Privatsphäre als grundlegendes Menschenrecht. Für sie ist Privatsphäre keine Bedrohung, sondern ein wesentlicher Bestandteil finanzieller Freiheit und Sicherheit.
Dieser Gegensatz erschwert es, ein Gleichgewicht zwischen Transparenz und Datenschutz zu finden. Das FSB betont, dass gerade dieses Gleichgewicht entscheidend ist, um einen weltweit tragfähigen Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte zu entwickeln.
Bereits vor fast vier Jahren warnte das FSB vor denselben Problemen bei Datenqualität und Zusammenarbeit. Seither hat es kaum Verbesserungen gegeben, während der Kryptomarkt explosionsartig gewachsen ist. Das FSB befürchtet, dass dieser Rückstand die Finanzstabilität auf globaler Ebene untergraben könnte.
Das FSB ruft die Länder daher auf, rechtliche Hürden abzubauen und bei der Überwachung von Kryptotransaktionen enger zusammenzuarbeiten. Nur mit klaren Regeln und internationaler Kooperation kann die Aufsicht über den Kryptosektor wirksam und zukunftsfest werden.
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