Die französische Cybercrime-Einheit hat diese Woche eine Durchsuchung im Büro von X, der Social-Media-Plattform von Elon Musk, durchgeführt. Der Tech-Milliardär wurde zudem zur Anhörung im April geladen, bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft am Dienstag.
Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Untersuchung zur möglichen kriminellen Nutzung von Algorithmen und Datenverarbeitung durch die Plattform.
Untersuchung zu KI-Chatbot und Deepfakes
Die Behörden führten die Durchsuchung nach Beschwerden über Grok, den KI-Chatbot von X, durch. Neben möglichen Verstößen im Zusammenhang mit algorithmischem Missbrauch und Datenextraktion untersucht die Justiz nun auch die Beihilfe zur Verbreitung von Kinderpornografie und sexuell expliziten Deepfakes, die Persönlichkeitsrechte verletzen.
Elon Musk und die ehemalige CEO Linda Yaccarino sind für eine Befragung am 20. April vorgeladen. Weitere Mitarbeiter von X wurden als Zeugen geladen. Bisher hat das Unternehmen keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Musk hatte im Juli frühere Vorwürfe bereits zurückgewiesen und das Verfahren als „politisch motiviert“ bezeichnet.
Laut der Staatsanwaltschaft zielt die Untersuchung darauf ab, sicherzustellen, dass X die französischen Gesetze einhält, soweit es auf französischem Territorium aktiv ist.
Justiz zieht sich von X-Plattform zurück
Das Verfahren wird von der Cybercrime-Einheit der Pariser Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der französischen Polizei und Europol geleitet. Anlass war eine Beschwerde des Abgeordneten Eric Bothorel, der im Januar 2025 erklärte, dass X voreingenommene Algorithmen verwendet, die automatisierte Systeme stören. „Freut mich zu sehen, dass meine Beschwerde Wirkung zeigt,“ schrieb Bothorel auf X.
In einem bemerkenswerten Schritt kündigte die Staatsanwaltschaft auch an, die Kommunikation über X einzustellen. Künftig wird die Staatsanwaltschaft auf LinkedIn und Instagram aktiv sein. Damit distanziert sie sich von der Plattform, die Gegenstand der laufenden Untersuchung ist.
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