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Das Blockchain-Analyseplattform Bubblemaps hat ein Netzwerk verdächtiger Wallets auf der Wettplattform Polymarket aufgedeckt. Den Accounts wird nachgesagt, mehr als 2,4 Millionen Dollar Gewinn erzielt zu haben, indem sie auf sensible militärische Entwicklungen rund um die USA und den Iran wetteten.

Laut Bubblemaps erzielte die Gruppe eine auffällige Gewinnquote von 98 Prozent. Dies lässt unmittelbar neue Bedenken über möglichen Insiderhandel auf Prognosemärkten aufkommen.

Hohe Gewinne kurz vor geopolitischen Ereignissen

Aus der Untersuchung geht hervor, dass neun verschiedene Wallets ihre größten Wetten kurz vor entscheidenden Ereignissen platzierten. Dabei handelte es sich unter anderem um einen möglichen US-Angriff auf den Iran am 28. Februar, den Tod des iranischen Oberhaupts Ayatollah Ali Khamenei sowie eine später angekündigte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.

Vier Wallets sollen jeweils rund 400.000 Dollar Gewinn durch die erfolgreiche Wette eines US-Angriffs auf den Iran erzielt haben.

Laut Bubblemaps wurden die Accounts kurz vor diesen Wetten über zentralisierte Kryptobörsen finanziert. Zudem platzierten die Wallets zunächst einige kleine Verlustwetten, möglicherweise um weniger aufzufallen.

Was ist Polymarket?

Polymarket ist eine Online-Wettplattform, auf dem Nutzer auf den Ausgang aktueller Ereignisse spekulieren können. Das Spektrum reicht von Wahlen und Wirtschaftsdaten bis hin zu geopolitischen Konflikten.

Nutzer kaufen im Prinzip Anteile an einem bestimmten Ausgang. Wenn die Wetter richtig liegt, bringt das Gewinn. Durch die wachsende Beliebtheit dieser Plattformen nehmen jedoch auch die Sorgen über Marktmanipulation und Insiderhandel zu.

Bubblemaps stuft Transaktionen als „verdächtig” ein.

Obwohl das Unternehmen keine endgültigen Beweise für illegalen Insiderhandel gefunden hat, bezeichnet es das Muster als auffällig. CEO Nicolas Vaiman erklärt, dass die Blockchain-Daten auf einen möglichen Missbrauch vertraulicher Informationen hinweisen.

Verdächtig sei, dass das Geld zuerst über zentralisierte Börsen und Drittanbieterdienste transferiert wurde, bevor neue Polymarket-Accounts erstellt wurden. Dadurch sei es schwieriger gewesen, die Herkunft der Transaktionen zurückzuverfolgen.

US-Politik arbeitet an strengerer Regulierung

Die Diskussion über Wettplattformen erreicht mittlerweile auch die US-Politik. Gesetzgeber machen sich zunehmend Sorgen über Wetten auf Kriege, politische Spannungen und andere sensible Ereignisse.

Der demokratische Senator Adam Schiff hat daher am 10. März den sogenannten „DEATH BETS Act” vorgestellt. Mit diesem Gesetzesentwurf möchte er Wetten verbieten, die mit Krieg, Terrorismus, Mord und Todesfällen in Verbindung stehen.

Der Vorschlag folgte kurz nachdem mehrere Polymarket-Nutzer gemeinsam etwa 1 Million Dollar mit Wetten auf einen möglichen Angriff der USA auf den Iran verdienten.

Auch der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom kündigte Maßnahmen an. Ende März unterzeichnete er eine Verordnung, die Beamten verbietet, auf Prognosemärkten zu handeln, die mit politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen im Zusammenhang stehen, auf die sie selbst Einfluss haben könnten.

Zunehmender Druck auf Wettplattformen

Die Enthüllungen von Bubblemaps erhöhen den Druck auf Wettplattformen wie Polymarket. Besonders die Kombination aus anonymen Blockchain-Transaktionen, geopolitischen Ereignissen und Millionengewinnen sorgt bei Aufsichtsbehörden für wachsende Bedenken.

Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Regierungen strengere Vorschriften für Wett- und Kryptoplattformen einführen, die solche Wetten anbieten.

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