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Die französische Zentralbank hat eine bemerkenswerte Umstellung in ihrem Goldreserven vorgenommen. Das Land verkaufte den letzten Teil seiner Reserven in den Vereinigten Staaten und ersetzte diesen durch Gold, das näher an der Heimat lagert. Damit verwaltet Frankreich seinen gesamten Goldreserven jetzt im eigenen Land. Der Umstrukturierung brachte zudem Milliarden Euro Gewinn ein.
Die Banque de France (BdF), die Zentralbank Frankreichs, hat ihre letzten Goldreserven in den USA verkauft. Dabei handelte es sich um etwa 129 Tonnen Gold. Stattdessen kaufte die Bank neues Gold auf dem europäischen Markt und lagerte dieses in Paris ein.
Mit dieser Strategie nutzte Frankreich geschickt den hohen Goldpreis aus. Den Daten der Banque de France zufolge führte die Anpassung eines Teils der Goldreserven, etwa fünf Prozent, zu einem außergewöhnlichen Gewinn von rund 12,8 Milliarden Euro.
Im Januar erreichte der Goldpreis ein Rekordniveau von fast 4.680 Euro pro Unze, umgerechnet etwa 31 Gramm. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der Preis bei etwa 4.031 Euro pro Unze.
Die Bank führte insgesamt 26 Transaktionen durch. Dabei verkaufte sie das alte Gold in Dollar und kaufte neues Gold zurück, als der Preis günstiger war. So blieb die Gesamtmenge des Goldes gleich, aber der Wert der Reserven stieg.
Die Entscheidung beruhte vor allem auf Qualität und Praktikabilität. Ein Teil des Goldes in den USA entsprach nicht mehr den modernen internationalen Standards. Dadurch wurde der Handel erschwert.
Anstatt das alte Gold einschmelzen und transportieren zu lassen, entschied sich Frankreich für einen anderen Ansatz. Die Bank verkaufte das Gold in New York und kaufte direkt neues Gold, das alle Anforderungen erfüllt.
Der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, betonte, dass keine politische Motivation hinter dem Vorgang steckte. Er sagte: „Es ist nicht politisch motiviert.“
Ihm zufolge war die Wahl rein praktischer Natur. Neues Gold auf dem europäischen Markt zu kaufen war einfacher, als das alte Gold zu modifizieren und zu transportieren.
Mit diesem Schritt hat Frankreich nun alle seine Goldreserven in eigener Verwaltung. Insgesamt besitzt das Land etwa 2.437 Tonnen Gold. Damit steht es weltweit an vierter Stelle.
Das Gold ist in einem großen Tresor in Paris gelagert. Ein kleiner Teil besteht noch aus älteren Goldbarren und -münzen. Die Zentralbank plant, auch diesen verbleibenden Teil in den kommenden Jahren zu modernisieren.
Während Frankreich mittlerweile sein gesamtes Gold im eigenen Land aufbewahrt, wählen andere europäische Länder weiterhin einen anderen Ansatz. So verteilen die Niederlande und Deutschland ihre Goldreserven auf mehrere Länder.
Die Niederlande verfügen über einen relativ bescheidenen Goldbestand von etwa 612,45 Tonnen. Damit belegt das Land weltweit den elften Platz. Zum aktuellen Goldpreis entspricht dies einem Wert von rund 79,3 Milliarden Euro. Auffallend ist, dass sich diese Menge seit 2014 nicht verändert hat.
Das Gold liegt also nicht an einem Ort. Die Niederlande setzen bewusst auf Diversifizierung. Nach Angaben von De Nederlandsche Bank verteilt es sich wie folgt:
Deutschland verfügt über noch mehr Gold. Das Land besitzt sogar über einen der größten Goldbestände der Welt, mit etwa 3.350 Tonnen. Damit nimmt es weltweit den zweiten Platz ein. Die Nummer eins bleiben die Vereinigten Staaten mit einem Gesamtbestand von 8.133 Tonnen Gold.
Auch bei Deutschland liegt ein großer Teil des Goldes außerhalb der Landesgrenzen:
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