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Vorhersagemärkte spielen eine immer größere Rolle rund um die Fußball-WM. Auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi wurden inzwischen fast 2 Milliarden Dollar gesetzt auf die Frage, welches Land Weltmeister wird.
Damit könnte der Markt für den WM-Sieger zur größten Vorhersagemarkt aller Zeiten heranwachsen. Bemerkenswerterweise geschieht dies bereits lange vor dem Finale.

Allein auf Polymarket hat das Handelsvolumen für den WM-Sieger bereits über 1,8 Milliarden Dollar erreicht. Kalshi, das stärker auf den US-Markt ausgerichtet ist, liegt bei etwa 120 Millionen Dollar.
Die WM ist in diesem Jahr größer als je zuvor. Durch die Erweiterung auf 48 Länder kommen im Vergleich zu früheren Ausgaben vierzig zusätzliche Spiele hinzu.
Für Wettunternehmen und Vorhersagemärkte bedeutet das vor allem eines: mehr Spiele, mehr Gelegenheiten und mehr Märkte, auf die Händler setzen können.
Macquarie schätzt, dass in diesem Jahr weltweit mehr als 50 Milliarden Dollar für WM-bezogene Wetten platziert werden können. Das wären 43 Prozent mehr als bei der WM 2022 in Katar.
Damit wird die WM nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern auch eine enorme finanzielle Handelsmaschine.
Vorhersagemärkte versuchen, davon maximal zu profitieren. Polymarket ging Partnerschaften mit Sportmediabetrieben ein, darunter OneFootball, das die Quoten der Plattform in die Streams von WM-Spielen integrieren wird.
Kalshi verfolgt einen anderen Ansatz. Das regulierte amerikanische Plattform startete seine WM-Kampagne mit einer Werbung mit José Mourinho und verlost unter anderem Tickets für das Finale in New York.
Kalshi plant auch, Echtzeitquoten auf Werbetafeln in den Vereinigten Staaten anzuzeigen.
Das zeigt, wie ernst diese Plattformen mittlerweile den Sportmarkt nehmen. Vorhersagemärkte wollen nicht länger nur als Orte bekannt sein, an denen auf Wahlen, Zinsentscheidungen oder geopolitische Ereignisse gehandelt wird. Sport soll die nächste große Wachstumsmarkt werden.
Dennoch zeigt die Handelsaktivität auch, dass Vorhersagemärkte anders funktionieren als klassische Wettmärkte.
Auf Polymarket ist das Land mit dem größten Handelsvolumen nicht Spanien, Frankreich, England oder Brasilien, sondern Usbekistan.
Das bedeutet nicht, dass Händler massenhaft glauben, dass Usbekistan Weltmeister wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen usbekischen Finalsieg wird mit etwa 0,01 Prozent bewertet.
Dennoch ist ein Volumen von mehr als 58 Millionen Dollar auf diesem Markt entstanden.
Die Erklärung liegt wahrscheinlich in der Belohnungsstruktur von Polymarket. Nutzer können Belohnungen verdienen, indem sie Liquidität bereitstellen. Viele Händler scheinen ihre Positionen bereits wieder geschlossen zu haben, was darauf hindeutet, dass die Aktivität eher durch Plattformbelohnungen als durch Fußballprognosen getrieben wurde.
Das schnelle Wachstum der Vorhersagemärkte birgt auch Risiken. Polymarket steht unter besonderer Beobachtung aufgrund von Märkten rund um geopolitische Konflikte und Bedenken über mögliche Manipulationen.
Früher wurde ein Nutzer verdächtigt, Temperatursensoren an einem Flughafen in Paris manipuliert zu haben, um eine Wette zu gewinnen. Auch in den Vereinigten Staaten laufen Verfahren wegen angeblichen Insiderhandels über die Plattform.
Das macht den WM-Markt interessant, aber auch anfällig. Je größer die Geldbeträge, desto stärker der Anreiz, Informationsvorsprung, technische Details oder Plattformregeln auszunutzen.
Gerade bei Sportereignissen, bei denen Verletzungen, Aufstellungen, Schiedsrichterentscheidungen und Echtzeit-Spieldaten eine große Rolle spielen, kann das zu neuen Formen von Marktverhalten führen.
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