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Die Europäische Zentralbank (EZB) schließt eine Zinserhöhung nicht aus, sollte der Konflikt um den Iran die Inflation in der Eurozone weiter anheizen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, dass die Zentralbank bereit sei, einzugreifen, wenn die Preissteigerungen länger über dem Zielwert verharren.
Gleichzeitig wächst die wirtschaftliche Unsicherheit durch die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, die bereits in Europa spürbar sind.
Die EZB hat die Zinsen kürzlich unverändert gelassen, aber vor neuem Preisdruck gewarnt. Laut Lagarde kann die Zentralbank nicht tatenlos zusehen, wenn die Inflation zu weit über zwei Prozent steigt.
Selbst bei einem vorübergehenden Überschreiten des Inflationsziels könnte eine Zinserhöhung laut ihr gerechtfertigt sein. Damit öffnet die EZB die Tür für Interventionen, auch wenn die Inflation nicht dauerhaft außer Kontrolle gerät.
Die Zentralbank will verhindern, dass Konsumenten und Unternehmen erwarten, dass Preise strukturell weiter steigen. Dies könnte zu einem sich selbst verstärkenden Effekt führen, bei dem Löhne und Preise sich gegenseitig in die Höhe treiben.
Die Warnung von Lagarde kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts um den Iran immer deutlicher werden. Höhere Energiepreise und Unsicherheit belasten das Vertrauen der Unternehmen, insbesondere in Ländern wie Deutschland.
Ökonomen warnen, dass das Wachstum in der Eurozone sich verlangsamen könnte und sogar eine Rezession nicht ausgeschlossen werden kann, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.
Dennoch betonen die Entscheidungsträger, dass sie nicht nur auf Energiepreise achten. Die EZB betrachtet das größere wirtschaftliche Bild, etwa die Lohnentwicklung und die Inflationserwartungen.
Innerhalb der EZB arbeitet man mit verschiedenen Szenarien. In einem ungünstigen Szenario könnte die Inflation später im Jahr über vier Prozent steigen. In einem gravierenderen Szenario könnte sie sogar in Richtung sechs Prozent klettern, was eine längere Phase hoher Inflation nach sich ziehen würde.
Laut Lagarde wird die EZB bei jeder Sitzung neu bewerten, welches Szenario am wahrscheinlichsten ist. Das bedeutet, dass eine erste Zinserhöhung bereits in den kommenden Monaten möglich bleibt.
Finanzmärkte rechnen inzwischen mit zwei bis drei Zinserhöhungen in diesem Jahr. Dennoch herrscht unter Ökonomen Uneinigkeit, von denen eine Mehrheit erwartet, dass die Zinsen letztlich stabil bleiben.
Die EZB betont, dass sie schnell handeln kann, wenn nötig, gleichzeitig aber auf ausreichende Signale wartet, dass die Inflation tatsächlich strukturell ansteigt.
Das können wir von dem neuen Vorsitzenden der US-Zentralbank in der Geldpolitik erwarten.
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