Im vergangenen Jahr hat Europa intensiv die Möglichkeiten des digitalen Euros erforscht. Doch wer auf eine schnelle Einführung gehofft hatte, wird wahrscheinlich enttäuscht. Ein Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) meint, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis die digitale Währung Realität wird.
Einführung des digitalen Euros verzögert sich
Der digitale Euro steht seit Oktober 2020 auf der Agenda. Dennoch scheint das Projekt Verzögerungen zu erleiden. Piero Cipollone, Mitglied des Exekutivvorstands der EZB, erklärte während des Bloomberg Future of Finance-Events in Frankfurt dass „die Mitte des Jahres 2029 eine realistische Einschätzung für die Einführung des digitalen Euros sein könnte“.
Was ist der digitale Euro?
Der digitale Euro ist eine digitale Version des Euros und fungiert als direktes digitales Äquivalent zu Bargeld. Ähnlich wie Banknoten und Münzen wird der digitale Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgegeben und garantiert. Damit ist er genauso sicher und zuverlässig wie physisches Geld, im Gegensatz zu Kryptowährungen, die oft von privaten Parteien verwaltet werden.
Obwohl die EZB und die EU-Mitgliedstaaten bereits seit Jahren über das Projekt diskutieren, gibt es immer noch keinen politischen Konsens. „Wir sollten bis Ende des Jahres einen allgemeinen Ansatz erreichen“, so Cipollone, in Bezug auf eine Einigung zwischen den Mitgliedstaaten.
Europäisches Parlament blockiert Fortschritt
Laut Cipollone ist das Europäische Parlament derzeit das größte Hindernis für die Einführung des digitalen Euros. Die gesetzgebende Gewalt muss nämlich erst der erforderlichen Gesetzgebung zustimmen, bevor die digitale Währung überhaupt eingeführt werden kann.
Es wird erwartet, dass das Parlament erst im Mai 2026 eine endgültige Position bezieht. Diese Zeitplanung bedeutet, dass erst danach wirklich mit der technischen und rechtlichen Umsetzung begonnen werden kann.
EZB erwägt Einsatz von Ethereum und Solana
Der digitale Euro wird wahrscheinlich eine private Blockchain nutzen. Das bedeutet, dass nur die EZB und möglicherweise ausgewählte Parteien Zugang zum Netzwerk haben und die Transaktionen validieren können. Dadurch behält die Zentralbank die vollständige Kontrolle über die Ausgabe, Transaktionen und Sicherheit der digitalen Währung.
Bemerkenswerterweise hat die EZB auch Untersuchungen zu öffentlichen Blockchains wie Ethereum (ETH) und Solana (SOL) für die mögliche Einführung eines digitalen Euros durchgeführt. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine private Variante, die auf der Technologie einer dieser beiden Blockchains basiert.
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