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Die Europäische Zentralbank berichtet, dass das Projekt rund um den digitalen Euro an Fahrt gewinnt. EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone spricht von einem starken Momentum und rechnet mit einer Einführung im Juli 2029. Seiner Ansicht nach besteht ausreichende Unterstützung, um fortzufahren, und keine großen Hindernisse mehr.
Die Planung hängt stark von der Gesetzgebung ab. Die EU-Mitgliedsstaaten hatten bereits zuvor eine Einigung über den Vorschlag der Europäischen Kommission aus 2023 erzielt. Das Europäische Parlament arbeitet noch an seiner endgültigen Position, gab jedoch im Februar bereits grünes Licht für eine sowohl online als auch offline nutzbare Version der digitalen Währung.
Sobald das Parlament entschieden hat, können die Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten beginnen. Sollte die Gesetzgebung Ende 2026 abgeschlossen sein, erwartet Cipollone, dass der digitale Euro im Juli 2029 eingeführt werden kann. Vorausgehend plant die EZB, in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 eine zwölfmonatige Pilotphase zu starten.
Hinter dem Projekt steht eine umfassendere strategische Ambition. Politiker, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, warnen schon länger vor der starken Abhängigkeit europäischer Zahlungen von US-amerikanischen Unternehmen wie Visa und Mastercard.
Hinzu kommt, dass dollar-gebundene Stablecoins an Boden gewinnen, nicht zuletzt durch zunehmende Unterstützung aus den USA. Mit einem digitalen Euro möchte Europa eine eigene Alternative für digitale Zahlungen schaffen, ohne auf ausländische Systeme angewiesen zu sein.
Laut Cipollone steigt auch das Engagement der Bankenbranche. Immer mehr Banken möchten an der Pilotphase teilnehmen. Das ist entscheidend, denn ohne die Unterstützung kommerzieller Banken kann ein digitaler Euro nicht breit eingeführt werden.
Nach Jahren begrenzten Fortschritts scheint das Projekt nun tatsächlich voranzukommen. Ob der ambitionierte Zeitplan bis 2029 eingehalten werden kann, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell das Europäische Parlament die Gesetzgebung abschließt.
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