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Die Europäische Zentralbank (EZB) hält es für unwahrscheinlich, dass der digitale Euro allein genug Gegengewicht gegen den Vormarsch amerikanischer stablecoins bieten kann. Das schreibt EZB-Berater Jürgen Schaaf in einem Blogbeitrag, der heute auf der Website der Zentralbank erschienen ist.
Laut Schaaf ist ein breiteres Maßnahmenpaket erforderlich, um das finanzielle Spielfeld in Europa auszugleichen. Das schnelle Wachstum von auf dem Dollar basierenden stablecoins, wie Tether und USDC, könnte die internationale Rolle des Euro untergraben.
Schaaf setzt sich unter anderem für mehr Unterstützung für regulierte stablecoins ein, die an den Euro gebunden sind. Diese könnten seiner Meinung nach besser auf die Bedürfnisse des Marktes eingehen als ein öffentlicher digitaler Euro allein.
„Wenn Euro-basierte stablecoins hohen Standards und gutem Risikomanagement entsprechen, können sie eine legitime Rolle spielen“, so Schaaf. „Sie können dazu beitragen, die internationale Position des Euro zu stärken.“
Im Mai äußerte auch der italienische Zentralbankpräsident Fabio Panetta seine Bedenken über die begrenzte Nutzung von Euro stablecoins. Laut Panetta ist die Wirkung bestehender Gesetzgebung, wie das europäische MiCA-Gesetz, bisher begrenzt geblieben.
Obwohl die EZB seit November 2023 an den Vorbereitungen für einen digitalen Euro arbeitet, betont Schaaf, dass dieser nur ein Teil einer breiteren digitalen Strategie ist. Er sieht auch Chancen in privater Innovation und Anwendungen der Blockchaintechnologie, wie DLT (Distributed Ledger Technology).
Diese Technologie könnte insbesondere wertvoll sein, um grenzüberschreitende Zahlungen und Transaktionen zwischen Banken zu verbessern.

Anfang Juli genehmigte die EZB daher zwei Pilotprojekte: Pontes und Appia. Beide Initiativen sollen die digitale Zahlungsinfrastruktur in Europa stärken.
Die EZB erwartet Ende 2025 eine endgültige Entscheidung über die Einführung des digitalen Euro zu treffen. Bis dahin bleiben verschiedene Optionen offen.
Die europäischen Bedenken über die amerikanische Dominanz in digitalen Zahlungsmitteln nahmen zu, nachdem Präsident Trump im Januar ein Dekret unterzeichnete, in dem stablecoins explizit als strategisches Mittel zur Erhaltung der globalen Position des Dollar genannt wurden.
Laut Schaaf sollte Europa das Risiko einer digitalen Rückständigkeit ernst nehmen. „Öffentliche Institutionen wollen oft neutral bleiben, aber eine Blindheit in diesem Bereich kann teuer werden.“
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