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Der nächste Konzern vom Format Apple könnte nicht aus dem Silicon Valley kommen, sondern aus Shenzhen. Das sagt Will Wang, Gründer und CEO von Even Realities, einem chinesischen Start-up für Smart-Brillen.
Wang arbeitete zwischen 2016 und 2018 bei Apple an der Entwicklung und Serienfertigung von Apple Watch und iPhone. Nun will er mit Even Realities im Markt für KI-Wearables Fuß fassen.
Aus seiner Sicht ist Shenzhen dafür der naheliegendere Standort als Kalifornien. Nicht, weil das Silicon Valley technologisch an Bedeutung verloren hätte, sondern weil Hardware dort weniger attraktiv geworden ist.
Nach Wangs Einschätzung belohnt das Silicon Valley immer seltener Unternehmer, die physische Produkte entwickeln. Hardware erfordert lange Entwicklungszyklen, viel Kapital, komplexe Lieferketten und bringt weniger schnelle Renditen als Software oder KI-Anwendungen.
Geld und Talente fließen seiner Ansicht nach vor allem in KI-Modelle, Software-Agenten und digitale Produkte. Für Unterhaltungselektronik ist das ein Problem.
Wer einen neuen Konzern vom Format Apple aufbauen will, muss nicht nur gute Software entwickeln, sondern auch bei Design, Produktion, Komponenten, Optik, Mechanik und skalierbarer Fertigung herausragend sein.
Shenzhen hat sich zu einem der wichtigsten Hardware-Cluster der Welt entwickelt. In der Stadt sitzen Unternehmen wie Tencent, Huawei, DJI und BYD. Auch neue Anbieter von Kameras, Drohnen, Robotern und Wearables entwickeln dort ihre Produkte.
In Shenzhen gibt es nicht nur Fabriken, sondern auch Ingenieure, Zulieferer, Designer und Hersteller in unmittelbarer Nähe. Das erleichtert den Bau von Prototypen, beschleunigt Tests und ermöglicht später die Produktion in großem Maßstab.
Denn in diesem Markt geht es nicht nur um künstliche Intelligenz, sondern auch um Tragekomfort, Akkulaufzeit, Displaytechnologie, Sensoren und Design.
Even Realities hat kürzlich 150 Millionen Dollar eingesammelt, bei einer Bewertung von 1 Milliarde Dollar. Damit ist das Unternehmen ein neuer chinesischer Unicorn. Zu den Investoren zählen unter anderem Meituan und Tencent.
Das Start-up brachte im vergangenen Jahr die Even G2 auf den Markt, eine Smart-Brille ohne Kamera oder Aufnahmetechnik. Stattdessen zeigt die Brille Benachrichtigungen, Navigation und Live-Übersetzungen über ein Display in den Gläsern an. Dazu gehört auch ein Ring, mit dem Nutzer die Brille steuern können.
Das ist ein anderer Ansatz als bei Metas Ray-Ban-Brille, die bewusst auf Kameras setzt.
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