Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zur Verwendung von digitalen Euros vorgelegt. Mit dieser Initiative möchte die Kommission eine alternative Zahlungsmethode neben traditionellen Banktransaktionen und Bargeld anbieten.
Digitaler Euro: Was ist das?
Der digitale Euro ist eine neue Variante von Bargeld, das digital gespeichert werden kann. Dies kann über eine App auf Ihrem Telefon oder ein separates Konto in bestehenden Bank-Apps erfolgen. Der Unterschied besteht darin, dass der digitale Euro weiterhin funktioniert, selbst wenn eine Bank bankrott geht oder bei großen Störungen. Der digitale Euro kann offline in Geschäften verwendet werden und es wird ein Höchstbetrag von 3000 Euro festgelegt.
Die traditionellen Bargeld- und Giro-Euros werden von kommerziellen Banken garantiert, während der digitale Euro von der Zentralbank ausgegeben wird. Die Kommission betont, dass Bargeld nicht verschwinden wird, sondern dass der digitale Euro eine Ergänzung sein wird.
Warum der digitale Euro?
Das Ziel des digitalen Euro ist es, alternative Zahlungsmethoden anzubieten, insbesondere für Menschen, die Schwierigkeiten haben, ein Bankkonto zu eröffnen. Darüber hinaus könnte es Europa weniger abhängig von ausländischen Zahlungsabwicklern, wie Mastercard und Visa, oder großen Technologieunternehmen wie Facebook und Google machen.
Gegenargumente und Kritik
Obwohl das Konzept eines digitalen Euro vielversprechend ist, gibt es auch Kritik. Viele Menschen fragen sich, ob es einen Bedarf für dieses neue Zahlungssystem gibt, und es gibt Bedenken hinsichtlich Datenschutzfragen. Die Europäische Kommission verspricht, dass die Zentralbanken keinen Einblick in die Identität der Bürger haben werden, die den digitalen Euro nutzen.
Darüber hinaus haben traditionelle Banken, wie die ING und ABN, auch Bedenken hinsichtlich der Einführung des digitalen Euro. Die Befürchtung ist, dass dieses neue Zahlungsmittel zu einer massiven Verschiebung von Geldern von traditionellen Bankkonten zur Europäischen Zentralbank führen könnte. Dies könnte für Banken schädlich sein, da sie größtenteils von den Einlagen ihrer Kunden für ihre Kredit- und Investitionstätigkeiten abhängig sind. Wenn Kunden ihr Geld massenhaft auf den digitalen Euro übertragen, könnte dies die finanzielle Stabilität dieser Banken gefährden.
Was jetzt?
Das Europäische Parlament wird die Vorschläge bewerten und darüber abstimmen. Die endgültige Entscheidung und die mögliche Implementierung des digitalen Euro wird nicht vor 2028 erwartet.
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