In einer aktuellen Entwicklung im europäischen Finanzsektor hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) und dem Rat für Finanzstabilität (FSB) eine gemeinsame Untersuchung angekündigt.
Diese Untersuchung zielt darauf ab, die Beziehungen zwischen bestehenden Banken und nicht-bankären Finanzinstituten (NBFI), wie Hedgefonds, Private-Equity-Firmen und Kryptoplattformen, zu kartieren.
Notwendigkeit der Untersuchung ist groß
José Manuel Campa, Vorsitzender der EBA, betonte in einem Interview mit der Financial Times die Notwendigkeit dieser Untersuchung. Campa erklärt, dass es entscheidend ist, die gesamte „zugrunde liegende Kette von NBFIs“ nachzuvollziehen. Das Ziel ist es, zu verstehen, wie groß das Risiko einer Ansteckung zwischen Bank- und Nicht-Bank-Finanzinstitutionen in Stresssituationen ist. „Wir müssen Einblick in die gesamte zugrunde liegende Kette bei NBFIs haben“, so Campa.
Die EBA hat bereits die Bilanzexpositionen der Banken gegenüber Nicht-Banken bewertet, einschließlich Darlehen. Campa beschreibt NBFIs als einen „dunklen Sektor“ mit einer „nicht-homogenen“ Qualität der verfügbaren Daten. Laut FSB beläuft sich der Gesamtwert der Vermögenswerte der NBFIs auf fast 218 Billionen Dollar, etwa 46 % der globalen Gesamtvermögenswerte. Zum Vergleich: Traditionelle Banken verfügen über Vermögenswerte im Wert von rund 183 Billionen Dollar.
Außerdem hat die EBA im November 2023 neue sektorspezifische Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) im Kryptosektor vorgeschlagen. Es wurde speziell vorgeschlagen, AML/CFT-Kriterien für Zahlungsdienstleister und Anbieter von Krypto-Asset-Diensten (CASP) zu integrieren. Zudem wird gefordert, dass CASPs „die Übertragung von Informationen auf nahtlose und interoperable Weise ermöglichen“ sollen, indem sie ihre Protokolle für Interoperabilität verbessern.
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