Die europäischen Aktienmärkte sind erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Der breite Stoxx Europe 600-Index erreichte am Freitag ein neues Rekordhoch, angetrieben durch eine Rally in den Bereichen Technologie, Bergbau und Verteidigung.
Stoxx 600 steigt weiter trotz schwacher Industrie
Der Stoxx Europe 600 lag am Vormittag um 0,77 Prozent höher bei 596,75 Punkten. Damit setzt der Index seinen Aufwärtstrend fort, nachdem er 2025 um fast sechzehn Prozent gestiegen ist. Auch andere europäische Börsen verzeichneten Zuwächse: Der FTSE 100 durchbrach zu Beginn des Tages erstmals die Marke von 10.000 Punkten, bevor die Gewinne etwas nachließen. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 legten ebenfalls um etwa ein halbes Prozent zu.

Bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg trotz enttäuschender Wirtschaftsdaten stattfindet. Die industrielle Aktivität in der Eurozone schrumpfte im Dezember weiter, wobei der Einkaufsmanagerindex auf 48,8 fiel – der niedrigste Stand seit neun Monaten. Ökonom Cyrus de la Rubia nennt insbesondere den Rückgang neuer Aufträge und den Abbau von Lagerbeständen als wesentliche Ursachen.
Chipsektor und Edelmetalle dominieren
Insbesondere Technologiewerte sorgten am Freitag für Aufsehen. ASML stieg um 4 Prozent, während ASMI und Besi um 6,1 bzw. 9,6 Prozent zulegten. Der Anstieg folgt auf die Nachricht, dass der taiwanesische Chipriese TSMC eine Lizenz erhalten hat, um amerikanische Chipmaschinen nach China zu importieren. Auch ein positiver Bericht von Citi über die erwarteten Engpässe bei Speicherchips im Jahr 2026 trägt zum Optimismus bei.
In den Bergbau- und Verteidigungssektoren stiegen unter anderem Thyssenkrupp, Saab und Rolls-Royce um mehr als 3 Prozent. Anleger scheinen höhere Verteidigungsausgaben in Europa zu erwarten, da geopolitische Spannungen anhalten.
Auch die Preise für Edelmetalle verzeichneten einen deutlichen Anstieg. Gold verteuerte sich um 1,9 Prozent, Silber sprang um mehr als 4 Prozent nach oben. Laut Analysten ist dies teilweise auf Zinserwartungen in den USA und die anhaltende Nachfrage von Zentralbanken und ETFs zurückzuführen.
Was bedeutet das für Anleger?
Dass der Stoxx 600 das Jahr 2026 mit einem neuen Rekordhoch beginnt, deutet auf Vertrauen unter den Anlegern hin. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich der fundamentalen Untermauerung dieser Rally, insbesondere da die Konjunkturdaten schwach bleiben. „Große runde Zahlen sind psychologisch wichtig,“ sagte Anlagestratege Toni Meadows zuvor gegenüber CNBC. „Aber wenn das Fundament nicht stark genug ist, kann ein solches Niveau auch eine Obergrenze sein.“
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