Die Europäische Union verschiebt erneut Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro. Diese vorübergehende Aussetzung erfolgt, nachdem Donald Trump unerwartet von seiner Drohung abgerückt ist, Importzölle gegen EU-Länder zu erheben, die seine Pläne bezüglich Grönland kritisiert hatten.
Handelsdrohung zwischen EU und USA nach diplomatischem Dialog entschärft
Der vorläufige Waffenstillstand in dem Handelskonflikt resultiert aus diplomatischen Gesprächen zwischen den USA und der EU. Diese standen kurz vor einer Eskalation, nachdem Trump mit einem zehnprozentigen Zoll auf Produkte aus acht EU-Ländern gedroht hatte, der im Juni auf 25 Prozent erhöht werden könnte. Der Auslöser: eine NATO-Mission in Grönland.
Diese Drohung führte zu heftigen Reaktionen innerhalb der EU. Die Europäische Kommission erwog sogar, die sogenannte Handelsbazooka, das stärkste handelspolitische Instrument der EU, gegen die USA einzusetzen. Auch hat das Europäische Parlament die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA ausgesetzt.
Handelsdeal nach Davos-Gipfel gerettet
Laut EU-Sprecher Olof Gill gelang es, „durch diplomatische und politische Mittel“ eine Lösung zu finden. Die EU wird ihre Gegenmaßnahmen mindestens ein halbes Jahr aussetzen, behält sich jedoch vor, diese bei Bedarf sofort wieder einzuführen.
Die Deeskalation folgte auf ein Treffen zwischen Trump und NATO-Chef Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, wo der amerikanische Präsident einen Deal ankündigte. Kurz darauf ließ Roberta Metsola, die Präsidentin des Europäischen Parlaments, verlauten, dass das Handelsabkommen mit den USA nun wahrscheinlich doch genehmigt wird.
Flugzeuge, Autos und Bourbon vorerst verschont
Die EU hatte zuvor Gegenmaßnahmen vorbereitet, die sich auf US-Exportprodukte wie Boeing-Flugzeuge, Autos und Bourbon konzentrierten. Diese Zölle waren bereit, in Kraft zu treten, wurden jedoch in der Erwartung von Verhandlungen zwischen Trump und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorerst zurückgehalten.
Ob die Ruhe im Handelsbereich nun dauerhaft ist, bleibt ungewiss. Die Europäische Kommission beobachtet die Lage aufmerksam.
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