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Der europäische Kryptomarkt steht vor einer umfassenden Bereinigung. Ab dem 1. Juli dürfen Kryptounternehmen ohne Lizenz gemäß dem neuen Kryptogesetz MiCA keine europäischen Kunden mehr bedienen.
Dies betrifft möglicherweise Millionen von Anlegern, die noch über Plattformen handeln, die auf eine Genehmigung warten.
Am 1. Juli endet die Übergangsfrist von MiCA. Diese 18-monatige Regelung gab bestehenden Unternehmen Zeit, sich an das neue Gesetz anzupassen.
Bisher arbeiteten viele Akteure noch unter einer nationalen oder vorläufigen Lizenz, doch diese Möglichkeit entfällt. Die Hoffnung, dass die Regeln sich von selbst erledigen, ist keine Option mehr.
Die Aufsichtsbehörde ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) ist eindeutig. Unternehmen ohne Lizenz dürfen ab diesem Datum schlichtweg nicht mehr innerhalb der EU tätig sein. Statt ewig auf eine Entscheidung zu warten, müssen sie ihre Aktivitäten zurückfahren und Kunden ordnungsgemäß übergeben.
Auch ein laufender Antrag bietet keinen Schutz. Wer nach der Frist ohne Lizenz europäische Kunden bedient, handelt rechtswidrig.
Nationale Aufsichtsbehörden erhalten dafür erhebliche Mittel. Sie können Dienste sofort einstellen, Unternehmen öffentlich rügen und hohe Geldstrafen verhängen.
MiCA steht für Markets in Crypto-Assets, das erste große europäische Kryptogesetz. Es legt Regeln für Handelsplattformen, Emittenten von Stablecoins und andere Anbieter fest.
Das Ziel ist zweifach: Die Gesetzgebung soll Anleger besser schützen und gleichzeitig mehr Klarheit in einen lange regelarmen Markt bringen.
Das Gesetz wurde schrittweise eingeführt. Seit dem 30. Juni 2024 gelten die Regeln für Stablecoins und seit dem 30. Dezember 2024 für die Kryptounternehmen selbst.
Anschließend bestimmte jedes Land selbst, wie lange es bestehenden Unternehmen noch Schonzeit gewährte. Österreich zog die Grenze bereits Ende 2025 und die Niederlande um Mitte 2025, während Frankreich die volle Frist bis zum 1. Juli nutzte.
Für die meisten Anleger ändert sich am 1. Juli nichts an ihrem Portfolio. Dennoch ist es ratsam, zu überprüfen, ob deine Börse auf der Liste der anerkannten Anbieter steht.
Erhält eine Plattform keine Lizenz, könnte sie gezwungen werden, in Europa den Betrieb einzustellen. Kunden müssten dann zu einem anderen Anbieter wechseln.
In Frankreich drohen beim Anbieten von Kryptodiensten ohne Lizenz bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 30.000 Euro, so warnte die französische Aufsichtsbehörde AMF im Februar.
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