Die indischen Behörden haben einen mutmaßlichen Kryptobetrug im Bundesstaat Maharashtra aufgedeckt, bei dem Anleger um mehr als 4,25 Crore Rupien betrogen wurden. Dies entspricht etwa 470.000 US-Dollar. Der Fall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regulierungsbehörden in Indien ihren Druck auf den Sektor verstärken.
Irreführende Seminare und falsche Versprechungen
Der Fall wird von der Enforcement Directorate (ED) untersucht, die am 7. Januar Razzien an drei Standorten in der Stadt Nagpur durchführte. Dabei wurde im Rahmen des Prevention of Money Laundering Act, einem Gesetz zur Bekämpfung von Geldwäsche, vorgegangen.
Laut den Behörden drehte sich der Betrug um eine nicht autorisierte Handelsplattform namens Ether Trade Asia. Der mutmaßliche Initiator, Nished Mahadeo Rao Wasnik, soll zusammen mit Komplizen Anleger durch Werbeseminare in Luxushotels in Nagpur und anderen Teilen von Maharashtra gelockt haben.
Bei diesen Veranstaltungen wurden laut ED unrealistische Renditen auf Investitionen versprochen, die angeblich in Kryptowährungen wie Ethereum (ETH) angelegt wurden. Tatsächlich soll es sich um ein betrügerisches Provisionsmodell gehandelt haben, das darauf abzielte, möglichst viel Geld von Privatpersonen zu erlangen.
Geld für private Ausgaben und Krypto
Das gesammelte Kapital wurde laut den Ermittlern nicht investiert, sondern für persönliche Ausgaben verwendet. Ein Teil des Geldes wurde in Kryptowährungen umgewandelt und in persönlichen Wallets gespeichert, um Herkunft und Eigentum zu verschleiern.
Bei der Razzia beschlagnahmte die ED digitale Geräte und Dokumente. Zudem wurden Bankguthaben im Wert von über 20 Lakh Rupien eingefroren und ein Kryptowallet mit digitalen Assets im Wert von etwa 43 Lakh Rupien. Darüber hinaus wurden mehrere sogenannte Benami-Eigentümer identifiziert, Immobilien, die auf den Namen anderer liefen, jedoch faktisch von den Verdächtigen kontrolliert wurden.
Breiteres Vorgehen gegen Kryptobetrug
In einem anderen, unabhängigen Betrugsfall im Zusammenhang mit Grundstückstransaktionen in Chandigarh hat die ED kürzlich Kryptowährungen im Wert von fast 4,8 Crore Rupien eingefroren. Auch dort ist die Untersuchung noch im Gange.
Die indischen Behörden erhöhen den Druck gegen den Missbrauch von Krypto weiter. Im Dezember wurde bereits ein großangelegtes Ponzi-Schema aufgedeckt, das sich als Kryptoprojekt ausgab und Hunderttausende Opfer forderte. Dabei belief sich der Schaden auf Hunderte Millionen Dollar.
Warnung an Anleger
Die Behörden betonen, dass Kryptowährungen in Indien kein illegales Eigentum sind, warnen jedoch vor Plattformen, die ohne Lizenz operieren und unrealistische Gewinne versprechen. Laut ED nutzen Betrüger die Popularität von Krypto aus, um ahnungslose Anleger zu täuschen.
Die Ermittlungen zu Ether Trade Asia und anderen Fällen laufen noch. Ob betrogene Anleger ihr Geld zurückerhalten, ist derzeit ungewiss. Dennoch zeigen die jüngsten Maßnahmen, dass die indische Regierung entschlossen ist, aggressiv gegen Kryptobetrug vorzugehen. Das Image von Krypto insgesamt wird durch solche Fälle leider nicht verbessert.
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