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Analysten sehen Anzeichen dafür, dass der Kryptomarkt möglicherweise an einem entscheidenden Wendepunkt steht. Das Interesse an Altcoins scheint wieder vorsichtig zuzunehmen. Gleichzeitig zeigt die Dominanz von Bitcoin (BTC) erste Schwächen. Ein neues Altseason ist jedoch noch keinesfalls bestätigt.
Der gemeinsame Marktwert von Altcoins beträgt derzeit etwa 974 Milliarden Dollar. Gleichzeitig steht der Altcoin Season Index bei 50. Dieser Index misst, ob Altcoins besser abschneiden als Bitcoin. Oberhalb der Grenze von 50 spricht man üblicherweise von einem Altseason, bei dem Altcoins in der Regel besser abschneiden als Bitcoin.
Der Altcoin-Markt befindet sich also an einem entscheidenden Punkt. Analysten vergleichen die aktuelle Lage mit früheren Phasen, in denen Altcoins nach längerer Schwäche plötzlich stark zulegten.
Allerdings sollte diese Prognose mit Vorsicht genossen werden: Die derzeitige Situation unterscheidet sich von den Phasen in 2024 und 2025. Momentan herrscht ein klarer Bärenmarkt und das bullische Sentiment ist deutlich schwächer. Auch makroökonomisch ist die Lage derzeit anders.
So gibt es aktuell mehr geopolitische Spannungen, eine weniger lockere Geldpolitik und mehr Unsicherheit über das Wirtschaftswachstum als während des starken Bitcoin-Anstiegs in 2024 und 2025. Eine Wiederholung der Zukunft ist daher keineswegs garantiert.
Trotzdem gibt es Anzeichen, die für Altcoins sprechen. Peter Anthony, Gründer von House of Crypto, erklärt, dass die Situation derzeit günstiger ist als 2022, als kleinere Kryptowährungen nach dem Bullenmarkt von 2021 stark unter Druck standen.
„Viele Altcoins, die jetzt gut abschneiden, werden von hier aus nur noch höhere Hochs und höhere Tiefs formen“, sagte Anthony.
Auch die Tatsache, dass verschiedene Altcoins neue Jahreshöchststände erreichen, stärkt den Optimismus. Einige Projekte haben sogar neue Rekordstände verzeichnet. Bitcoin hingegen handelt noch nahe seiner jüngsten Tiefststände.
Doch nicht alle Analysten sind überzeugt. Daten von CryptoQuant zeigen, dass Altcoins in den vergangenen siebzehn Monaten unter starkem Verkaufsdruck standen. In diesem Zeitraum wurden netto über 250 Milliarden Dollar an Altcoins verkauft.
„Mir war nicht bewusst, dass der Ausverkauf von Altcoins so extrem geworden ist“, bemerkte ein Händler.
Hinzu kommt, dass fast 40 Prozent aller Altcoins im Juni nahe ihrem historischen Tiefststand handelten. Solche Niveaus werden oft als Zeichen der Kapitulation gesehen, bei der Anleger nach einer langen Periode von Rückgängen massenhaft verkaufen.
Historisch gesehen können solche Phasen mit einem Boden zusammenfallen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich alle Altcoins erholen werden. Vor allem Projekte mit starken Fundamentaldaten, ausreichender Liquidität und aktivem Gebrauch haben in der Regel die größte Chance zu profitieren, wenn die Risikobereitschaft zurückkehrt.
Ein Altseason wie 2017 und 2021, bei dem tatsächlich alle Altcoins gigantische Kursanstiege verzeichnen, ist daher sehr unwahrscheinlich.
Vorläufig bleibt das Bild gemischt. Der Altcoin Season Index nähert sich einem wichtigen Niveau, aber der anhaltende Verkaufsdruck und die Schwäche bei vielen kleineren Coins machen deutlich, dass eine breite Altcoin-Rally noch längst nicht endgültig begonnen hat.
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