Bitcoin stieg diese Woche plötzlich auf 76.000 US-Dollar an. Dies weckt vorsichtig wieder etwas Optimismus auf dem Markt, nachdem Bitcoin lange Zeit eine düstere Phase durchlief. Laut den Analysten von Glassnode sehen wir möglicherweise die ersten Anzeichen für einen neuen Bullenmarkt, jedoch fehlt noch die Bestätigung.
Freie Kurszone zwischen 72.000 und 82.000 US-Dollar
Ein wichtiges Erkenntnis aus den Daten ist, dass Bitcoin sich derzeit in einem relativ „offenen“ Preisbereich bewegt. Zwischen 72.000 und 82.000 US-Dollar gibt es weniger historische Widerstände, da in dieser Zone weniger Coins durch Investoren erworben wurden.
Dies wird sichtbar durch die sogenannte UTXO Realized Price Distribution (URPD), ein Indikator, der aufzeigt, auf welchen Preisniveaus Investoren ihre Bitcoin erworben haben.

Wenn das positive Momentum anhält, könnte sich der Bitcoin-Kurs kurzfristig relativ frei innerhalb dieser Bandbreite bewegen. Das ist natürlich Theorie. In der Praxis muss sich das für Bitcoin erst noch zeigen.
Rendite der Investoren steigt
Ein weiteres positives Signal ist, dass der Anteil des gesamten Bitcoin-Angebots, das im Gewinn steht, wieder auf etwa 60 Prozent gestiegen ist. Historisch gesehen wird dieses Niveau oft als frühes Anzeichen für eine Erholungsphase gewertet.
2022 überschritt Bitcoin ebenfalls diesen Punkt, nachdem der Tiefpunkt erreicht wurde (grüne Linie).

Dennoch liegt die Messlatte für einen echten Bullenmarkt höher. Laut Glassnode gewinnt das bullische Szenario erst an Gewicht, wenn:
- mehr als 75% des Angebots im Gewinn stehen
- Gewinnmitnahmen ohne starke Kursrückgänge absorbiert werden
- die Markt höhere Unterstützungsniveaus halten kann
Derzeit realisieren Investoren, die kürzlich eingestiegen sind, verstärkt Gewinne. Bei den jüngsten Kursanstiegen erreichten die realisierten Gewinne etwa 18 Millionen US-Dollar pro Stunde, was vergleichbar mit früheren gescheiterten Erholungsversuchen ist.
Technisches Trendbild bleibt fragil
Auf höheren Zeitrahmen bleibt die Marktstruktur vorsichtig. Die Charts zeigen weiterhin ein Muster von niedrigeren Hochs und niedrigeren Tiefs, was typisch für einen Abwärtstrend ist.

Für eine strukturelle Trendwende muss Bitcoin laut Analysten letztlich:
- überzeugend über die Zone um 97.000 US-Dollar ausbrechen
- sich dort stabilisieren und Konsolidierung zeigen
Auch andere Indikatoren stützen diese zurückhaltende Sichtweise. Der sogenannte Bull-Bear-Zyklus-Indikator befindet sich noch im negativen Bereich, trotz einer leichten Verbesserung gegenüber Anfang des Monats.

Gelingt es Bitcoin, den Verkaufsdruck abzufedern und den Kurs nachhaltig über 70.000 US-Dollar zu halten, könnte dies die Chance auf eine neue Rally in Richtung 78.000 bis 82.000 US-Dollar erhöhen.
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