Große Broker und Banken bieten zunehmend Krypto-Handel an, da die Branche ernster genommen wird. Interactive Brokers reiht sich nun ebenfalls ein. Es handelt sich um einen der weltweit größten Broker, der über 800 Milliarden Dollar an Kundenvermögen verwaltet.
Elf Kryptowährungen unter einem Dach
Kunden können Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Solana (SOL), Ripple (XRP), Cardano (ADA), Dogecoin (DOGE) und fünf weitere Coins kaufen und verkaufen, wie in einer Pressemitteilung des Unternehmens zu lesen ist.
Im Gegensatz zu traditionellen Vermögenswerten, die an die Öffnungszeiten von Börsen gebunden sind, ist der Krypto-Handel 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche verfügbar.
Interactive Brokers wurde 1978 von dem ungarisch-amerikanischen Geschäftsmann Thomas Peterffy gegründet, einem Pionier im Bereich des automatisierten Handels. Das Unternehmen ist in 36 Ländern tätig, bietet Handel an über 170 Märkten an und verarbeitet täglich etwa 3 Millionen Transaktionen. Die Plattform verzeichnet mittlerweile über 4,5 Millionen Kundenkonten.
Das Unternehmen ist an der Nasdaq notiert und seit 2025 Teil des S&P 500-Index. Auf der Plattform können Kunden in Aktien, Optionen, Futures, Anleihen, Investmentfonds, Währungen, CFDs, Derivate und nun auch Kryptowährungen handeln.
„Unsere Kunden möchten die Flexibilität, in Krypto-Assets zu diversifizieren, während sie weiterhin die Tools, Preise und das Vertrauen nutzen, die sie bei Interactive Brokers erwarten“, erklärte CEO Milan Galik.
Die Kommissionen beginnen bei 0,12 bis 0,18 Prozent des Handelswerts, und es gibt keine versteckten Spreads, Aufschläge oder Verwahrungskosten. Die zugrunde liegende Infrastruktur wird von zerohash bereitgestellt, einem spezialisierten Anbieter für den Handel und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte.
Europäischer Start über Irland
Der Krypto-Handel in Europa wird über Interactive Brokers Ireland Limited abgewickelt, das als Krypto-Asset-Dienstleister in der EWR zugelassen ist. Mit dieser Lizenz darf das Unternehmen Kryptodienste für private Anleger in allen dreißig EWR-Ländern anbieten.
Das Krypto-Angebot ist somit neben den bestehenden europäischen Dienstleistungen des Brokers verfügbar. Kunden behalten den Überblick über ihr gesamtes Portfolio, von Aktien bis hin zu Krypto-Vermögenswerten. Genau auf dieses Modell setzen immer mehr Großanbieter.
Broker und Banken im Wettstreit um Krypto-Kunden
Interactive Brokers ist nicht allein auf diesem Weg. Fidelity bietet in den USA seit 2022 direkten Krypto-Handel über dieselbe App an, die auch für Aktien und ETFs genutzt wird. Robinhood ist bereits in der gesamten EU und dem EWR aktiv und bietet dort über 65 Kryptowährungen an. Auch eToro und Webull haben Krypto vollständig in ihre Handelsplattformen integriert und bedienen Kunden beiderseits des Atlantiks.
Auch die größten Finanzinstitute bereiten sich vor. Morgan Stanley plant, in den USA Krypto-Handel über seine E*Trade-Plattform in der ersten Hälfte 2026 anzubieten, in Zusammenarbeit mit derselben zerohash, die auch Interactive Brokers betreut. Charles Schwab, ebenfalls aus den USA und mit über 10 Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen, plant einen Start im April 2026.
Dank börsengehandelter Krypto-Fonds war es ohnehin schon bei vielen Banken möglich, aus Anlagekonten heraus in Kryptowährungen zu investieren.
Die Zeiten, in denen Anleger eine separate Krypto-Börse benötigten, scheinen allmählich zu enden. Dennoch bleibt das Angebot auf spezialisierten Krypto-Börsen vorerst deutlich umfangreicher als das der traditionellen Anbieter.
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