Die Einführung des digitalen Euro scheint immer konkreter zu werden. Nach den neuesten Prognosen der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte dieses digitale Zahlungsmittel eine erhebliche Verschiebung in der Art und Weise bewirken, wie Europäer mit Geld umgehen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die EZB veröffentlicht hat.
Bargeld und Debitkarten auf dem Prüfstand?
Die EZB stellt in dem Bericht fest, dass der digitale Euro langfristig einen großen Teil des Bargelds und sogar Bankguthaben ersetzen könnte. Das würde die Finanzlandschaft der Eurozone drastisch verändern – und damit auch unser tägliches Leben.
Stellen Sie sich vor: keine Banknoten oder Debitkarten mehr, sondern einen digitalen Euro auf Ihrem Telefon, mit dem Sie im Supermarkt oder im Restaurant bezahlen. Wird das der neue Standard?
Auswirkungen auf Sparguthaben und Bargeld
Doch diese Zukunft ist noch nicht garantiert. Der digitale Euro ist noch nicht offiziell genehmigt, aber die EZB denkt bereits voraus. In ihrer Analyse erkunden sie die möglichen Folgen, wenn die Währung tatsächlich eingeführt wird. Eine bemerkenswerte Erkenntnis: Für jede zehn digitalen Euro, die ausgegeben werden, verschwinden durchschnittlich drei Euro von Bankkonten.
Und das ist nicht alles. Wenn der digitale Euro breit akzeptiert wird, könnte bis zu 50% des Bargelds aus dem Verkehr gezogen werden. Im ambitioniertesten Szenario bedeutet das einen Ersatz von sage und schreibe 256 Milliarden Euro an Banknoten.
Dennoch betont die EZB, dass dies vor allem theoretische Vorhersagen sind. Mit mehr als 1,56 Billionen Euro an Bargeld im Umlauf wird der digitale Euro – selbst bei einer erfolgreichen Einführung – zunächst vor allem eine Ergänzung sein, kein vollständiger Ersatz.
Reaktion auf Stablecoins
Warum dieser digitale Schritt? Während die Vereinigten Staaten noch über die Einführung eines digitalen Dollars nachdenken, entscheidet sich Europa entschlossen für die Zukunft. Mit dem digitalen Euro möchte die EU besser mit dem schnellen Aufstieg von Stablecoins konkurrieren, die oft an den US-Dollar gekoppelt sind, und mit anderen Kryptowährungen.
Nach Angaben von EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone ist der digitale Euro vor allem als Schutz gegen den Aufstieg von alternativen, oft banklosen, Zahlungssystemen gedacht. „Deshalb brauchen wir diese Währung“, so Cipollone.
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