Während die Amerikaner immer noch auf die Bremse treten, wenn es um Zinssenkungen geht, schalten wir auf der anderen Seite des Ozeans gerade einen Gang höher. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nämlich wieder den Zins gesenkt. Es ist mittlerweile das siebte Mal seit dem Sommer 2024, dass dies passiert.
Genau nach Plan
Es handelt sich jetzt um einen Rückgang von 25 Basispunkten, wodurch Banken nur noch 2,25% auf das Geld erhalten, das sie bei der EZB parken. Und natürlich gibt es dafür einen klaren Grund. Die Zinsen können sinken, weil die Inflation abkühlt.
Laut der EZB verläuft der Desinflationsprozess ordnungsgemäß nach Plan. Im März stiegen die Verbraucherpreise um 2,2% im Vergleich zum Vorjahr. Das war im Februar noch 2,3% und im Januar sogar 2,5%. Auch die Kerninflation, also ohne die schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel, sinkt weiterhin langsam.
Selbst die Preise im Dienstleistungssektor, die meist etwas hartnäckiger sind, zeigen eine abnehmende Tendenz: von 3,9% im Januar auf 3,4% im März. Das sind alles Zeichen dafür, dass die EZB ihre Politik weiter lockern kann, mit dem Ziel, die Wirtschaft weiter zu stimulieren.
Ob der aktuelle Zinssatz tatsächlich ausreicht, um dies zu erreichen, bleibt vorerst noch die Frage. Auf jeden Fall ist es für das Investitionsklima ein gutes Zeichen. Sparen lohnt sich weniger und die Geldmenge steigt, weil das Leihen einfach günstiger wird. Das kann den Börsen, sowie dem Kryptomarkt, einen Schub geben.
Streit zwischen Trump und Powell
Dennoch bleibt die amerikanische Politik bestimmend für die weltweiten Finanzmärkte. Wenn die USA die Zinsen senken, hat das direkt einen viel größeren Einfluss als das, was in Europa passiert. Aber so weit kommt es vorerst nicht.
In Amerika steigen die Spannungen erheblich. Präsident Donald Trump fordert schon lange niedrigere Zinsen, bekommt aber nicht seinen Willen. Auf der anderen Seite ist auch der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed) Jerome Powell alles andere als zufrieden mit Trumps Handelspolitik.
Während einer Rede gestern Abend schlug Powell Alarm über die wirtschaftlichen Risiken des eskalierenden Handelskriegs. Durch die neuen Importzölle steigen die Preise, während die Wirtschaft gerade zu kühlen beginnt. Seine Botschaft war klar: „Die Arbeitslosigkeit steigt, die Inflation steigt, das hilft uns nicht.“
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