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China scheint seine Haltung gegenüber amerikanischen KI-Chips zu lockern. Laut The Information dürfen große chinesische Technologiekonzerne bald eine begrenzte Zahl von Nvidias H200-Chips kaufen.
Das ist bemerkenswert, weil Peking den Import dieser hochentwickelten Chips lange aus Sorge um die heimische Chipindustrie und die nationale Sicherheit gebremst hatte. Anleger reagierten umgehend positiv. Die Nvidia-Aktie legte am Mittwoch um fast vier Prozent zu.
Nach Informationen von The Information haben chinesische Behörden Unternehmen wie Alibaba, ByteDance und DeepSeek signalisiert, dass sie möglicherweise die Erlaubnis zum Kauf einer begrenzten Zahl von Nvidia-H200-Chips erhalten. Die Unternehmen müssen dabei angeben, wie viele Chips sie benötigen und wofür sie eingesetzt werden sollen.
Der H200 gehört zu Nvidias Hopper-Generation und war bis zur Einführung der Blackwell-Chips Ende 2024 der leistungsstärkste KI-Chip des Unternehmens. Inzwischen arbeitet Nvidia an der neuen Rubin-Generation, die später in diesem Jahr erwartet wird.
Die mögliche Lockerung fällt in eine Phase, in der chinesische KI-Unternehmen unter einem Mangel an Rechenkapazität leiden. Die Nachfrage nach leistungsfähigen KI-Chips wächst rasant, weil Unternehmen immer größere KI-Modelle entwickeln und mehr Kapazität benötigen, um diese zu trainieren und einzusetzen.
Obwohl US-Präsident Donald Trump Nvidia Ende vergangenen Jahres die Erlaubnis erteilte, den H200 wieder nach China zu exportieren, hielt Peking die Tür weitgehend geschlossen. Die chinesische Regierung befürchtet, dass ein starker Zustrom amerikanischer KI-Chips die Entwicklung der eigenen Chipindustrie bremst. Hinzu kommen Sorgen um die nationale Sicherheit und mögliche Cyberrisiken.
Diese Haltung scheint sich nun vorsichtig zu ändern. Laut The Information erwägt China, eine begrenzte Zahl von H200-Chips zuzulassen. Die Regierung dürfte noch festlegen, wie viele Chips importiert werden dürfen; die Gesamtzahl könnte jedoch unter 200.000 bleiben.
Für die KI-Branche wäre das allerdings kein großes Volumen. Ein einzelnes modernes Rechenzentrum kann bereits mehr als 400.000 Blackwell-Chips einsetzen, die neuere Generation von Nvidias KI-Prozessoren.
Anleger reagierten positiv auf die Meldung. Die Nvidia-Aktie schloss am Mittwoch 3,7 Prozent höher bei 204,12 Dollar. Damit erzielte der Konzern den größten Tagesgewinn seit mehr als einem Monat.

China bleibt für Nvidia trotz der Exportbeschränkungen aus den USA ein wichtiger Wachstumsmarkt. Finanzchefin Colette Kress hatte zuvor erklärt, dass die H200-Chips in China bislang noch keinen Umsatz erzielt hätten, weil lange unklar gewesen sei, ob der Import genehmigt werde.
Die chinesische Botschaft bekräftigte am Mittwoch, Peking ziehe eine Zusammenarbeit mit den USA einer Politisierung von Technologie und Handel vor. Zugleich hält Washington an Exportbeschränkungen für die fortschrittlichsten KI-Chips fest, weil diese nach Einschätzung der US-Regierung von strategischer Bedeutung für die nationale Sicherheit sind.
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