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Der US-Aktienmarkt wirkt unverwüstlich. Für den Makroökonomen Henrik Zeberg liegt genau darin die Gefahr. Während die Konjunktur aus seiner Sicht zunehmend an Schwung verliert, treiben Anleger die Börsen weiter auf neue Höchststände. Für Zeberg ist das ein klassisches Signal dafür, dass der Bullenmarkt in seine Endphase eingetreten ist.
Zebergs Warnung folgt auf die US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Auf dem Papier entstanden erneut neue Jobs, doch nach seiner Einschätzung zeichnen die offiziellen Zahlen ein zu positives Bild.
Er verweist auf die sogenannte Household Survey. Aus ihr geht hervor, dass im Juni mehr als 500.000 Vollzeitstellen verloren gingen. Für den Makroökonomen ist das ein Hinweis darauf, dass sich der Arbeitsmarkt schneller abkühlt, als viele Anleger annehmen.
Genau darin sieht Zeberg das Problem. Während die Wirtschaft an Kraft verliert, steigen Aktien weiter in Richtung neuer Rekorde. Aus seiner Sicht ist das ein Muster, das häufig in der Spätphase eines Bullenmarktes auftritt, wenn Anleger vor allem von Optimismus und reichlich Liquidität getrieben werden.
Das heißt aus seiner Sicht nicht, dass die Rally schon morgen endet. Im Gegenteil: Zeberg erwartet, dass eine lockere Geldpolitik, ausreichende Liquidität und eine positive Marktstimmung die Aktienmärkte vorerst weiter nach oben treiben können.
Zeberg rechnet damit, dass die Börsen zunächst noch einen letzten kräftigen Anstieg erleben könnten. Er spricht von einem sogenannten Blow-off-Top: einer Phase, in der die Kurse stark weiter steigen, während die zugrunde liegende Wirtschaft immer schwächer wird.
In diesem Szenario könnte der S&P 500 nach Einschätzung des Makroökonomen letztlich auf 6.800 bis 8.200 Punkte steigen. Kurzfristig sieht er damit trotz der schlechteren Konjunkturaussichten weiterhin Spielraum für zusätzliche Kursgewinne.
Gleichzeitig erkennt Zeberg immer mehr Hinweise darauf, dass die US-Wirtschaft an Boden verliert. Er verweist unter anderem auf ein nachlassendes Beschäftigungswachstum im privaten Sektor, eine steigende Zahl von Verbrauchern mit Zahlungsschwierigkeiten, eine sinkende Erwerbsquote und den deutlichen Verlust an Vollzeitstellen.
Aus seiner Sicht zeigen diese Entwicklungen, dass sich die Wirtschaft bereits abkühlt. Die Finanzmärkte scheinen diese Signale bislang jedoch zu ignorieren.
Nach Einschätzung Zebergs können die Zentralbanken die Finanzmärkte vorerst noch mit einer lockeren Geldpolitik stützen. Er geht jedoch davon aus, dass sich ein wirtschaftlicher Abschwung letztlich nicht verhindern lässt, wenn sich die fundamentalen Konjunkturdaten weiter verschlechtern.
Das hätte nicht nur Folgen für den Aktienmarkt. Auch der Kryptomarkt könnte nach Einschätzung des Makrostrategen erheblich unter Druck geraten, sobald Anleger beginnen, Risiken abzubauen.
Für die längere Frist sieht Zeberg eine wachsende Wahrscheinlichkeit einer Rezession gegen Ende 2026. Bereits zuvor hatte er gewarnt, dass der nächste wirtschaftliche Abschwung ähnlich schwer oder sogar schwerer ausfallen könnte als die Finanzkrise von 2008, falls die schwächere Konjunktur in eine breitere Kreditkrise mündet.
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