Der Gründer von Incognito Market, einem illegalen Online-Marktplatz im Dark Web, wurde in den USA zu 30 Jahren Haft verurteilt. Es handelt sich um Rui-Siang Lin, einen 24-jährigen Mann, der die Plattform unter dem Namen Pharaoh betrieb. Laut Gericht spielte er eine zentrale Rolle im internationalen Drogenhandel über Kryptowährungen.

Umfassender Drogenhandel über Kryptowährungen

Zwischen 2020 und 2024 wurde Incognito Market genutzt, um Drogen an Nutzer weltweit zu verkaufen. Die Zahlungen erfolgten vollständig über Kryptowährungen, was den Käufern und Verkäufern ein Gefühl der Anonymität verlieh.

Insgesamt wurden über 640.000 Transaktionen mit einem Gesamtwert von mehr als 105 Millionen Dollar durchgeführt. Auf der Plattform wurden unter anderem Kokain, Heroin, MDMA, Methamphetamin und Tabletten verkauft, die als Medikamente angeboten wurden.

Eigenes Krypto-Zahlungssystem für anonyme Transaktionen

Um reibungslose Zahlungen zu gewährleisten, nutzte Incognito Market ein internes Zahlungssystem. Nutzer konnten dort Kryptowährungen einzahlen und innerhalb der Plattform Zahlungen vornehmen.

Nach jedem Verkauf behielt der Marktplatz eine Provision ein. Auf diese Weise verdiente Lin Millionen am illegalen Handel. Es ähnelt Bol.com: Genau wie dort wickelte die Plattform die Zahlungen ab und behielt eine Provision ein, allerdings ging es bei Incognito Market um Drogen und es wurde mit Kryptowährungen anstelle von Bargeld bezahlt.

Fehler in der Online-Sicherheit führten zum Gründer

Die Behörden konnten Lin durch eine Kombination aus Blockchain-Analyse, Undercover-Käufen und menschlichen Fehlern aufspüren. Ermittler verfolgten Krypto-Transaktionen auf der Blockchain und verknüpften diese mit der Plattform.

Zusätzlich tätigten Agenten Undercover-Käufe, um das System von innen zu verstehen. Schließlich machte Lin selbst einen entscheidenden Fehler, indem er bei der Registrierung der Domain seinen echten Namen, Telefonnummer und Adresse angab, wodurch die Marktplatzaktivitäten direkt mit ihm in Verbindung gebracht werden konnten.

Harte Strafe und eindeutiges Signal

Der Richter bezeichnete Lin als Drogenboss und sprach von einem der schwerwiegendsten Fälle seiner Laufbahn. Lin hatte zuvor selbst Schuld an unter anderem Drogenhandel und Geldwäsche bekannt.

Neben der Haftstrafe muss er mehr als 105 Millionen Dollar zurückzahlen. Nach seiner Freilassung bleibt er weitere fünf Jahre unter Aufsicht. Der Fall zeigt, dass die Behörden zunehmend entschlossener gegen den Missbrauch von Kryptowährungen für illegale Aktivitäten vorgehen.

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