Das DeFi-Plattform Drift Protocol wechselt von USDC zu Tethers USDT als wichtigste Stablecoin, unterstützt durch ein Rettungspaket von bis zu 147,5 Millionen Dollar.
Diese Entscheidung folgt auf den großen Hack am 1. April, bei dem nordkoreanische Angreifer Hunderte Millionen Dollar erbeuteten. Laut Drift ist der Wechsel mehr als nur eine technische Entscheidung. Das Plattform distanziert sich damit von Herausgeber Circle, der nach dem Hack sich weigerte, die gestohlenen USDC einzufrieren.
Tether stellt 127,5 Millionen bereit
Das Rettungspaket umfasst bis zu 127,5 Millionen Dollar von Tether, ergänzt durch 20 Millionen Dollar von anderen Partnern. Die Finanzierung erfolgt in verschiedenen Formen, darunter eine umsatzgebundene Kreditfazilität, Subventionen für das Ökosystem und Darlehen für Market Maker.
Ein Teil der Handelseinnahmen wird künftig an einen Wiederherstellungspool geleitet. Damit will Drift die fast 300 Millionen Dollar an Nutzerverlusten schrittweise ausgleichen. Gleichzeitig setzt Tether auf niedrigere Gebühren und zusätzliche Belohnungen, um den Wechsel zu USDT zu beschleunigen.
Circle verweigerte Einfrieren
Die Entscheidung für Tether ist alles andere als zufällig. Nach dem Hack transferierten die Angreifer etwa 232 Millionen Dollar USDC von Solana nach Ethereum über Circles eigenes Cross-Chain-Protokoll. Das führte zu Kritik innerhalb der Branche. Unter anderem stellte der Blockchainforscher ZachXBT öffentlich in Frage, warum die betroffenen Wallets nicht direkt auf die schwarze Liste gesetzt wurden, um weiteren Schaden zu verhindern.
Circle entschied sich bewusst dagegen. CEO Jeremy Allaire erklärte später, dass das Unternehmen nur auf Anforderung von Behörden wie Strafverfolgungsbehörden oder Gerichten eingreift. Das sofortige Einfrieren von Beständen während eines Hacks passt nicht zu diesem Ansatz. Damit bleibt Circle nahe an regulatorischen und institutionellen Standards.
Tether verfolgt eine andere Strategie. Der Herausgeber von USDT greift häufiger direkt ein und friert proaktiv Vermögenswerte ein, die mit Hacks oder illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen. Für Drift ist das ein entscheidender Faktor. Nach einem früheren Angriff wählt die Plattform nun einen Partner, der schneller handeln kann, wenn es erneut zu einem Vorfall kommt.
Stablecoin-Kampf flammt auf
Der Wechsel von Drift erfolgt in einem Moment, in dem der Wettbewerb zwischen Tether und Circle immer intensiver wird. USDT bleibt mit einem Bestand von über 185 Milliarden Dollar der größte, während USDC um die 78 Milliarden Dollar schwankt. Gleichzeitig gewinnt Circle an Boden. Das Transaktionsvolumen von USDC ist inzwischen höher und der Marktanteil wächst stetig.
Tether versucht, diesen Aufstieg durch aggressive strategische Deals zu stoppen. Die Zusammenarbeit mit Drift ist dafür ein deutliches Beispiel. Das Unternehmen positioniert sich nicht nur als Herausgeber einer Stablecoin, sondern auch als aktiver Partner in Krisenzeiten. Für DeFi-Plattformen, die entscheiden müssen, welche Stablecoin im Fokus steht, ist das eine starke Botschaft.
Drift erholt sich nach schwerem Schlag
Drift ist die größte dezentrale Börse für unbefristete Futures auf Solana, mit über 175.000 Nutzern und einem kumulierten Handelsvolumen von rund 150 Milliarden Dollar. Die Plattform bietet ein breites Spektrum an Produkten, darunter Perpetuals, Spot-Handel sowie Kredit- und Darlehensdienste.
Seit dem Hack hat der DRIFT-Token etwa 70 Prozent seines Werts verloren. Mit dem Wechsel zu USDT und dem Rettungspaket von Tether versucht das Plattform, das Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen. Ob das gelingt, hängt vor allem von der Geschwindigkeit ab, mit der Verluste ausgeglichen werden, und davon, ob Drift seine Sicherheit nachhaltig verbessern kann.
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