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Der gestürzte Gründer von Terraform Labs, Do Kwon, versucht in den USA eine mildere Strafe für seine Rolle beim Zusammenbruch des TerraUSD-Stablecoins zu erreichen. Über seine Anwälte teilt er dem Gericht in New York mit, dass fünf Jahre Haft aus seiner Sicht ausreichen würden.
Laut Bloomberg hebt Kwon hervor, dass er bereits seit fast drei Jahren in Haft sitzt – mehr als die Hälfte dieser Zeit unter extrem schlechten Bedingungen in Montenegro. Dort war er festgenommen worden, nachdem er mit einem gefälschten Pass zu reisen versuchte, während er international sowohl von den USA als auch von Südkorea gesucht wurde.
Die Staatsanwaltschaft in den USA kann auf Basis seines Geständnisses bis zu zwölf Jahre Haft fordern, doch Kwon hält das für überzogen. Er argumentiert, dass er die Konsequenzen seines Handelns bereits massiv zu spüren bekommen habe – persönlich wie finanziell. In seiner Vereinbarung mit den US-Behörden stimmte er der Einziehung von mehr als neunzehn Millionen US-Dollar sowie mehreren Vermögenswerten zu.
Das Strafverfahren liegt nun beim Bundesrichter Paul Engelmayer in Manhattan. Mit dem Urteil wird am 11. Dezember gerechnet. Auch die US-Regierung wird dann ihren endgültigen Strafantrag vorlegen.
Selbst wenn Kwon in den USA eine geringere Strafe erhält, ist sein juristischer Kampf noch nicht vorbei. In Südkorea läuft ein paralleles Verfahren zu demselben Sachverhalt, bei dem die Staatsanwälte deutlich härter auftreten. Sollte Kwon nach Verbüßung seiner US-Strafe ausgeliefert werden, drohen ihm dort bis zu vierzig Jahre Haft. Dieses Risiko wiegt nach Darstellung seiner Anwälte schwer in ihrem Plädoyer für eine kürzere Strafe in den USA.
Der Kollaps von Terraform Labs im Jahr 2022 gilt als einer der größten Abstürze in der Geschichte des Kryptomarktes. TerraUSD, ein algorithmischer Stablecoin, der ohne Reserven stets einen Wert von einem US-Dollar halten sollte, verlor unerwartet seine Dollarbindung. Innerhalb weniger Tage kam es zu panikartigen Verkäufen, bei denen rund vierzig Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet wurden.
Das Vertrauen in algorithmische Stablecoins – einschließlich Projekte mit ähnlichen Mechanismen – brach nahezu vollständig ein. Der Fall Kwon gilt seither als Wendepunkt für die Regulierung des Kryptomarktes, mit langfristigen Folgen für Aufsicht und Vertrauen in digitale Währungen.
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