Diese Woche geriet die Deutsche Bank (DB) erneut in den Fokus. Deutsche Behörden haben Razzien in den Büros der Bank in Frankfurt und Berlin durchgeführt, da Verdacht auf Geldwäsche besteht, der auf frühere Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen zurückzuführen ist, die mit dem sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramovich verbunden sind.
Geldwäscheverdacht und „unbekannte Mitarbeiter“
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte die Deutsche Bank in der Vergangenheit Geschäfte mit ausländischen Firmen, die möglicherweise für Geldwäschestrukturen genutzt wurden. Die Durchsuchung ist Teil einer umfassenderen Untersuchung zu Geldwäschevorwürfen, in der „unbekannte Mitarbeiter“ der Bank genannt werden.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Anwesenheit der Justiz in den Büros der Bank, wollte jedoch keine weiteren Erklärungen zu einer möglichen Verbindung zu Abramovich abgeben. „Die Bank arbeitet vollständig mit den Ermittlern zusammen.“
Rückschlag für CEO Christian Sewing
Die neuen Verdachtsmomente sind unangenehm für CEO Christian Sewing, der seit 2018 versucht, das angeschlagene Image der Bank nach Jahren von Skandalen und verlustreichen Aktivitäten zu verbessern. Obwohl Sewing erst seit 2018 an der Spitze steht, ist er seit 2015 Mitglied der Geschäftsleitung. Die verdächtigen Transaktionen sollen zwischen 2013 und 2018 unter verschiedenen Vorstandsvorsitzenden, darunter Anshu Jain und John Cryan, stattgefunden haben.
Die Deutsche Bank geriet in der Vergangenheit mehrfach wegen unzureichender Kontrollen im Bereich Geldwäsche in die Kritik, was in mehreren Fällen zu Bußgeldern von Aufsichtsbehörden führte.
Aktienkurs fällt, Quartalszahlen erwartet
Die Nachricht über die Razzia wurde von den Investoren schlecht aufgenommen. Der Aktienkurs der Deutschen Bank fiel am Mittwoch um knapp vier Prozent. Zudem drohen die Ermittlungen, von den bevorstehenden Quartalszahlen abzulenken, die am Donnerstag erwartet werden. Analysten rechnen mit steigenden Einnahmen und einem höheren Gewinn.
Ein Anwalt von Roman Abramovich ließ verlauten, dass der Geschäftsmann „nicht über Ermittlungen der deutschen Behörden informiert“ sei und betonte, Abramovich habe „sich stets an nationale und internationale Gesetze gehalten.“
Abramovich und die Sanktionen
Roman Abramovich, der sein Vermögen in der russischen Stahl- und Energiebranche machte, wurde international als Besitzer des Fußballclubs Chelsea bekannt. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine steht er auf der Sanktionsliste der Europäischen Union, die feststellt, dass Abramovich durch seine engen Verbindungen zu Wladimir Putin sein Vermögen erhalten kann.
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