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Nach Einschätzung des XRP-Analysten Chad Steingraber stehen große Investmentfonds kurz davor, in großem Stil XRP aufzukaufen. „Der Preis muss steigen. Es gibt keinen Plan B.“
Die ersten XRP-ETFs sind inzwischen am Markt. Der kanadische Fonds XRPC von Canary Capital machte am 13. November den Anfang – mit einem beeindruckenden Zufluss von 245 Millionen Dollar. Mittlerweile haben vier verschiedene Fonds zusammen bereits fast 644 Millionen Dollar an neuem Kapital eingesammelt.
Trotzdem bleibt der XRP-Kurs auffallend stabil bei rund 2,20 Dollar. Trotz des milliardenschweren Interesses gelingt der nachhaltige Ausbruch bislang nicht. Seit drei Tagen prallt der Preis an einem starken Widerstand in dieser Zone ab.
Für XRP-Analyst Chad Steingraber ist das jedoch nur die Ruhe vor dem Sturm. Er rechnet damit, dass die ETFs im kommenden Jahr äußerst aggressiv auftreten werden – ähnlich wie zuvor die Bitcoin-ETFs. „Der Preis muss steigen“, sagt er. „Sonst kaufen diese Fonds am Ende den gesamten umlaufenden Bestand leer.“
Manche Analysten gehen davon aus, dass XRP-ETFs ihre Tokens aus den monatlichen Escrow-Freigaben von Ripple beziehen könnten, wodurch der Einfluss auf den Kurs begrenzt bliebe. Steingraber hält das jedoch für einen Irrtum. ETFs hätten schlicht nicht die Zeit, darauf zu warten.
Die sogenannten „authorized participants“, die die Käufe für ETFs abwickeln, müssen innerhalb von zwei Tagen XRP erwerben, sobald Kapital zufließt. Das erfordert sofort verfügbare Bestände. Ripple müsste dafür im Voraus die komplette monatliche Milliarde an Tokens aus dem Escrow an Ripple Prime freigeben – in der Hoffnung, dass die Fonds genau dann zuschlagen.
Nach Ansicht von Steingraber ist das nicht nur unpraktisch, sondern auch finanziell unklug. „Sie würden ihre Tokens für gerade einmal 2 Dollar verkaufen, obwohl sie besser warten könnten, bis der Preis steigt“, sagt er. „Es ist daher unwahrscheinlich, dass Ripple auf diese Weise liefert.“
Steingraber verweist als Beispiel auf die Erfahrungen mit Bitcoin-ETFs. Dort flossen 2024 innerhalb von zehn Monaten mehr als 35 Milliarden Dollar hinein, während es nur in zwei Monaten zu Abflüssen kam. Dieser konstante Zufluss führte zu Knappheit am Markt und trieb den Preis nach oben. Seiner Ansicht nach könnte XRP einen ähnlichen Weg einschlagen – insbesondere, wenn ETFs auf Käufe am offenen Markt angewiesen sind.
Bei einem XRP-Kurs von 2,20 Dollar bringt ein Zufluss von 1 Milliarde Dollar rund 454 Millionen Tokens. Steigt der Preis auf 6 Dollar, sinkt diese Menge auf nur noch 166 Millionen. „Nur ein höherer Preis kann das Gleichgewicht wahren“, sagt Steingraber. „Es gibt keinen Plan B.“
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