Der deutsche Leitindex kämpft am Dienstag mit der Marke von 25.000 Punkten. Während positive Signale vom ifo-Institut für Hoffnung sorgen, dämpfen drohende US-Handelsbeschränkungen die Exportaussichten.
Der DAX schloss am Dienstag bei 24.896 Punkten und damit rund 0,1 % im Plus gegenüber dem Vortag. Damit bleibt der Index weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten. Bereits am Montag war der DAX zeitweise unter diese Schwelle gefallen. Auch am Dienstag zeigte sich eine volatile Seitwärtsbewegung. Marktteilnehmer reagieren verhalten auf die aktuelle Gemengelage aus positiven heimischen Frühindikatoren und anhaltenden geopolitischen Risiken.
Überraschender Anstieg beim ifo-Geschäftsklima
Ein Lichtblick kam am Vormittag vom ifo-Institut. Der Geschäftsklimaindex stieg im Februar überraschend auf 88,6 Punkte, nach 87,6 Punkten im Vormonat. Dies ist der höchste Stand seit August 2025.
- Die Unternehmen zeigten sich insbesondere mit der aktuellen Geschäftslage zufriedener.
- Im Bauhauptgewerbe und bei den Dienstleistern ist eine leichte Erholung der Erwartungskomponente spürbar.
- Trotz der Aufwärtstendenz bleibt das Niveau historisch niedrig, was auf eine nur mühsame konjunkturelle Erholung hindeutet.

Handelspolitik und Sektor-Rotation
Belastet wird das Marktsentiment weiterhin durch die Ankündigungen der US-Administration unter Präsident Trump. Berichte über geplante Zölle in Höhe von 15 % auf EU-Importe sorgen insbesondere im Automobil- und Chemiesektor für Verkaufsdruck.
Diese Branchen reagieren sensibel auf Handelsbarrieren im für sie wichtigsten Exportmarkt. Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 der Bundesregierung hatte bereits auf die strukturellen Risiken durch protektionistische Tendenzen im Welthandel hingewiesen.
In der Folge ist eine deutliche Sektor-Rotation innerhalb des DAX zu beobachten:
- Verlierer: Zyklische Exportwerte (Automobilbau, Spezialchemie).
- Gewinner: Defensive Sektoren wie Versorger, Telekommunikation und der Verteidigungssektor, der weiterhin von staatlichen Investitionsprogrammen profitiert.
Unruhe im Private-Credit-Sektor
Die Entwicklung bei Blue Owl Capital sorgt international für Gesprächsstoff. Der US-Finanzriese verkaufte Kreditpakete im Wert von rund 1,4 Mrd. USD zu 99,7 % des Nennwerts, um die Forderungen von Investoren nach Auszahlung zu erfüllen.
In einem Teilbereich (OBDC II) wurde zudem von regelmäßigen Rücknahmen auf ein Modell der schrittweisen Kapitalrückzahlung umgestellt. Dies unterstreicht die angespannte Liquiditätssituation im Bereich der außerbörslichen Kredite (Private Credit), was auch von deutschen institutionellen Anlegern aufmerksam beobachtet wird.
Charttechnischer Ausblick
Aus technischer Sicht fungiert die Marke von 25.000 Punkten nun als kurzfristiger Widerstand. Unterstützungen finden sich im Bereich von 24.800 und 24.600 Punkten. Der seit Jahresbeginn bestehende Aufwärtstrend ist mit einem Plus von rund 2,5 % bisher intakt, wird jedoch durch die aktuelle Volatilität auf die Probe gestellt.
Marktteilnehmer richten den Blick nun auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen von Nvidia am morgigen Mittwochabend, die als wichtiger Gradmesser für die Stimmung im Technologiesektor gelten.
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