Der Altcoinmarkt scheint alte Muster zu wiederholen. Analyst Dan Gambardello sieht Ähnlichkeiten zur Zyklus von 2020, als die Kurse explodierten. Steht der Markt vor einem neuen Ausbruch?

Altcoins folgen bekanntem Muster von 2020

Laut Dan Gambardello zeigen Altcoins wie Ethereum (ETH), Cardano (ADA) und Chainlink (LINK) auffällige Ähnlichkeiten mit der Marktstruktur von 2019–2020. Dies sei ein positives Zeichen: Es könnte bedeuten, dass wir am Vorabend einer neuen Altcoinrally stehen.

Besonders Ethereum zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem Wochenchart bildet der Coin ein sogenanntes „inverse head-and-shoulders“-Muster. Das ist ein klassisches Bodenmuster, bestehend aus drei Abwärtsbewegungen: zuerst eine „Schulter“, dann ein tieferer „Kopf“-Boden und schließlich eine zweite, weniger tiefe „Schulter“. Wenn der Kurs dann über die „Nackenlinie“ ausbricht, könnte das der Beginn eines kräftigen Anstiegs sein.

Ein ähnliches Muster sahen wir auch 2019, kurz bevor Ethereum 2020 von 530 auf über 4.600 Dollar stieg. Die aktuelle Nackenlinie liegt bei etwa 5.300 Dollar. Laut Gambardello könnte ein Ausbruch über dieses Niveau eine neue Aufwärtsphase einleiten.

Cardano und Chainlink beschreibt er als „still, aber in einer Niedrigrisikozone“. Das könnte bedeuten, dass diese Tokens relativ günstig sind. Besonders ADA fällt mit einem Kurs von rund 0,40 Dollar auf, nur knapp über dem Bärenmarkttief von 0,25 Dollar aus 2022.

Ein weiteres positives Signal kommt von der Dominanz von Bitcoin (BTC). Analyst Symbiote weist darauf hin, dass sie seit Wochen fällt und möglicherweise stark abfallen wird. Er sieht ein ähnliches Muster wie zu Beginn der Altseason 2021. Falls sich das wiederholt, könnte der Altcoinmarkt vor einer explosiven Phase stehen.

Bullen- oder Bärenmarkt?

Trotzdem bleibt Unsicherheit: Befindet sich der Kryptomarkt derzeit in einem Bullenmarkt oder in einem Bärenmarkt? Im letzteren Fall könnten die optimistischen Erwartungen von Gambardello vorerst in den Hintergrund treten.

Bearishe Investoren verweisen auf den klassischen Vierjahreszyklus. Nach dieser Theorie erreicht Bitcoin sein Allzeithoch normalerweise 500 bis 550 Tage nach einem Halving, gefolgt von einer langen Bärenmarktphase.

Bisher verläuft dieses Szenario nach Plan. Im Oktober 2025, rund 500 Tage nach dem Halving im April 2024, erreichte BTC einen Rekord von über 126.000 Dollar.

Historisch gesehen folgt darauf eine starke Korrektur. In früheren Zyklen sahen wir Rückgänge von 70 bis sogar 90 Prozent. Ende November lag Bitcoin auf einem Tiefstand von fast 80.000 Dollar. Das ist ein Rückgang von „nur“ 36,5 Prozent, relativ mild im Vergleich zu früheren Bärenmärkten.

Liquidität steigt

Es gibt jedoch auch ein optimistisches Lager, das dies anders sieht. Unter anderem Dan Gambardello argumentiert, dass dieser Zyklus von makroökonomischen Faktoren getrieben wird, nicht so sehr vom Halving.

Die sogenannte monetäre Zyklus dreht sich um die Liquidität im Finanzsystem und die Zinspolitik der Zentralbanken. Und hier scheint jetzt Spielraum für Lockerungen zu entstehen.

Im Dezember 2025 kündigte die US-Zentralbank das offizielle Ende ihrer quantitativen Straffung (QT) an, bei der Liquidität aus dem System gezogen wird. Gleichzeitig begann die Fed mit dem Aufkauf von 40 Milliarden Dollar an kurzfristigen Staatsanleihen.

Dennoch ist ungewiss, ob die Zinsen in den USA weiter sinken werden. JPMorgan erwartet, dass die Fed 2026 keine Zinssenkung vornehmen wird und möglicherweise erst 2027 wieder eine Zinserhöhung in Betracht zieht.

Donald Trump erhöht derweil den Druck auf Fed-Vorsitzenden Jerome Powell. Über das Justizministerium hat er eine rechtliche Offensive gestartet, die vermutlich dazu dient, Einfluss auf die Zinspolitik der Zentralbank zu nehmen.

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