Die U.S. Marshals Service hat nicht rechtzeitig auf die Anfrage von Senatorin Cynthia Lummis geantwortet, Details über die Menge an Bitcoin, die die Behörde verwaltet, und deren Verwaltung offenzulegen.
Die Senatorin, die eine wichtige Rolle bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten spielt, hatte die Marshals Service um vollständige Transparenz in Bezug auf ihre Krypto-Vermögenswerte gebeten. Laut Quellen innerhalb der Regierung wird diese Information jedoch erst später bereitgestellt.
Regierung verwaltet Milliarden an beschlagnahmtem Bitcoin
Die Marshals Service ist für die Verwaltung und den Verkauf von Vermögenswerten verantwortlich, die während strafrechtlicher Ermittlungen von der Regierung beschlagnahmt wurden. Ähnlich wie Bargeld, Immobilien und wertvolle Güter werden auch Kryptowährungen wie Bitcoin regelmäßig beschlagnahmt und später versteigert.
Die Erlöse aus diesen Verkäufen werden oft verwendet, um Opfer zu entschädigen oder Strafverfolgungsbehörden zu finanzieren. Laut Daten vom September 2024 verwaltet die Marshals Service insgesamt Vermögenswerte im Wert von 7,6 Milliarden US-Dollar, wobei ein erheblicher Teil aus Krypto-Vermögenswerten besteht.
Ein großer Teil der beschlagnahmten Bitcoin stammt aus dem Fall rund um Silk Road, den berüchtigten Online-Schwarzmarkt, auf dem Nutzer digitale Währungen zum Kauf illegaler Waren und Dienstleistungen verwenden konnten.
Nach der Zerschlagung der Plattform im Jahr 2013 hat die US-Regierung große Mengen an Bitcoin beschlagnahmt, darunter Gelder, die direkt dem Gründer von Silk Road, Ross Ulbricht, gehörten.
Die Regierung hat in der Vergangenheit bereits 140.000 Bitcoin versteigert, deren Verkaufspreis damals bei etwa 330 US-Dollar pro Stück lag. Inzwischen ist der Bitcoin-Kurs auf über 100.000 US-Dollar gestiegen, was bedeutet, dass die US-Regierung eine potenzielle Wertsteigerung von 98 % an möglichen Einnahmen verpasst hat, wie Lummis in ihrem Schreiben an die Marshals Service betonte.
Lummis fordert Transparenz über Bitcoin-Verkäufe
Senatorin Cynthia Lummis, Vorsitzende des Ausschusses für digitale Vermögenswerte im Senat, hat wiederholt ihre Bedenken hinsichtlich der Verwaltung der Bitcoin-Reserven durch die Regierung geäußert. Ihrer Meinung nach hat die Regierung möglicherweise zu schnell große Mengen an Bitcoin verkauft, ohne strategisch über den langfristigen Wert nachzudenken.
Sie fordert daher mehr Einblick in die Entscheidungsprozesse, wie die Regierung bestimmt, wann und zu welchem Preis beschlagnahmte Bitcoin verkauft werden und ob Maßnahmen ergriffen werden, um den optimalen Verkaufszeitpunkt zu bestimmen.
In ihrem Schreiben an die Marshals Service forderte Lummis konkret:
- Eine genaue Inventur der aktuell verwalteten Menge an Bitcoin.
- Eine Übersicht über vergangene Verkäufe und die Preise, zu denen diese Bitcoin verkauft wurden.
- Informationen über die Methoden, die zur Bewertung der Effektivität und des Zeitpunkts der Verkäufe verwendet werden.
Bisher hat die Marshals Service nicht auf diese Anfrage reagiert, jedoch soll es bald eine Besprechung mit der Senatorin und ihrem Stab geben.
Trump erwägt nationale Bitcoin-Reserve
Diese Diskussion findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Präsident Donald Trump die Einrichtung einer nationalen Reserve für digitale Vermögenswerte prüfen lassen will. Diese Reserve würde den bestehenden Goldreserven der Vereinigten Staaten ähneln und könnte teilweise mit Bitcoin gefüllt werden, das derzeit im Besitz der U.S. Marshals Service ist. Trump hat seine Unterstützung für eine strategischere Nutzung digitaler Vermögenswerte durch die Regierung bekundet, und Lummis hat daraufhin einen konkreten Gesetzesvorschlag ausgearbeitet.
In ihrem Vorschlag fordert Lummis das US-Finanzministerium auf, jährlich 200.000 Bitcoin zu erwerben, bis die nationale Reserve insgesamt 1 Million BTC erreicht. Dies würde der US-Regierung eine erhebliche strategische Position auf dem Kryptomarkt verschaffen, da dies etwa 5 % des gesamten Bitcoin-Angebots entspricht.
Politische Debatte über Bitcoin nimmt zu
Um diese Pläne weiter zu diskutieren, kündigte Lummis an, dass ihr Ausschuss bald öffentliche Anhörungen zur möglichen Einrichtung einer nationalen Bitcoin-Reserve veranstalten wird. Dies wäre die erste ernsthafte politische Diskussion in den Vereinigten Staaten über die Integration von Bitcoin in die Staatsreserven.
Mit diesen Entwicklungen nimmt die Aufmerksamkeit für Bitcoin innerhalb der US-Politik weiter zu. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um festzustellen, ob die USA eine strategischere Rolle für Bitcoin einnehmen und ob die Marshals Service ihre Verwaltung der beschlagnahmten digitalen Vermögenswerte anpassen wird.
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