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Coinbase gehört zu den größten Kryptobörsen weltweit, will jedoch mehr sein als nur ein Ort, um Bitcoin (BTC) und andere digitale Coins zu handeln. Am Dienstag stellte das Unternehmen eine Vielzahl neuer Produkte vor und macht damit einen großen Schritt in Richtung seiner Vision einer „Alles-Börse“.
Das Highlight: tokenisierte Aktien. Anleger können bald digitale Versionen von US-Aktien kaufen, handeln und über die Blockchain einlösen.
Tokenisierte Aktien sind digitale Abbilder echter Aktien, die auf einer Blockchain existieren. Dadurch ist es theoretisch möglich, rund um die Uhr zu handeln, auch wenn die reale Börse geschlossen ist.
Der große Unterschied zur Konkurrenz ist die Deckung. Diese Token sind 1:1 durch die zugrunde liegenden Aktien gedeckt; für jeden Token existiert tatsächlich eine Aktie.
Da man damit eine echte Aktie besitzt, wird das Dividende automatisch ausgezahlt. Dies ist der Gewinn, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet.
Viele andere Anbieter arbeiten mit Derivaten oder Schuldverschreibungen. Man besitzt dann nicht die echten Aktien, sondern ein abgeleitetes Produkt, das den Kurs verfolgt.
Coinbase geht hier einen anderen Weg. „Zum ersten Mal sind dies echte, 1:1 gedeckte tokenisierte Aktien, denen Sie vertrauen können“, erklärt CEO Brian Armstrong. „Sie besitzen ein echtes Stück des Unternehmens onchain.“
Wichtig ist, dies nicht mit dem regulären Aktienhandel zu verwechseln, den Coinbase bereits Anfang des Jahres eingeführt hat.
Seitdem können US-Nutzer etwa 6.000 Aktien und ETFs über eine bewährte Broker-Struktur handeln. Diese Aktien existieren jedoch nicht auf einer Blockchain.
Die tokenisierten Aktien werden vorerst nur außerhalb der USA verfügbar sein. US-Aufsichtsbehörden beraten noch darüber, wie diese Handelsform genau geregelt werden soll.
Die Aktien sind lediglich die Spitze des Eisbergs. Coinbase öffnet auch die Tür zu Optionen auf Krypto und Aktien.
Zusätzlich gibt es permanente Futures zu Themen wie KI, Verteidigung und chinesischen Aktien. Über Pre-IPO-Kontrakte können Anleger sogar auf noch nicht börsennotierte Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic setzen.
Kunden können künftig auch ihr Aktienportfolio von einem anderen Broker zu Coinbase übertragen. Und mit Coinbase Advisor führt das Unternehmen einen KI-Berater für das Portfolio ein.
Coinbase will seine Abhängigkeit von dem volatilen Kryptomarkt verringern und ist nicht die einzige Kryptobörse, die diesen Weg geht.
Kraken und Bybit sind bereits eingestiegen. Beide bieten tokenisierte US-Aktien über xStocks an, eine Plattform des Schweizer Unternehmens Backed Finance.
Auch der große Name Binance stieg diesen Monat in den Aktienmarkt ein. Das Unternehmen lancierte bStocks, tokenisierte Aktien, die es selbst über einen Konzernteil ausgibt.
Doch genau hiervon distanziert sich Coinbase. Laut den Kleingedruckten besitzt man bei bStocks nämlich keine echte Aktie, sondern ein Zertifikat, das dem Kurs folgt.
Und dann gibt es noch Robinhood, das ein eigenes Blockchain-Netzwerk aufgebaut hat, um tokenisierte Aktien nach Europa zu bringen. Und das österreichische Bitpanda bietet den Handel mit echten Aktien und ETFs sowie Edelmetallen wie Gold und Silber an.
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