Coinbase (COIN) steht unter Druck, da sich der Kryptomarkt abgekühlt hat und die Handelsvolumina zurückgegangen sind. Die Aktie der größten US-Kryptobörse ist seit dem Rekordstand des Bitcoin-Kurses Anfang Oktober stark gefallen.
Im Vorfeld der Quartalszahlen am Donnerstagabend hat JPMorgan das Kursziel für Coinbase deutlich gesenkt, bleibt jedoch langfristig optimistisch für die Aktie.
JPMorgan senkt Kursziel
JPMorgan-Analyst Ken Worthington hat sein Kursziel für Coinbase von 399 Dollar auf 290 Dollar reduziert. Diese Anpassung erfolgt kurz vor der Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal.
Seit dem Höchststand des Kryptomarktes ist die Coinbase-Aktie um mehr als fünfzig Prozent gefallen und liegt allein im Jahr 2026 etwa siebenundzwanzig Prozent niedriger.
Trotz der Senkung bleibt Worthington positiv gestimmt für Coinbase. Laut JPMorgan impliziert das neue Kursziel immer noch ein Aufwärtspotenzial von etwa fünfundsiebzig Prozent im Vergleich zum aktuellen Kurs von rund 165 Dollar.
Gewinn unter Druck
Laut JPMorgan resultiert der Druck vor allem aus niedrigeren Handelsvolumina, sinkenden Kryptopreisen und einem Rückgang der USDC-Bestände. Worthington erwartet ein angepasstes EBITDA von 734 Millionen Dollar, niedriger als im dritten Quartal. Die geschätzten Spotvolumina für Krypto belaufen sich auf 263 Milliarden Dollar.
Auch die Einnahmen aus Stablecoins stehen unter Druck. JPMorgan rechnet mit Erlösen von etwa 312 Millionen Dollar aus USDC, was unter anderem auf eine geringere Anzahl im Umlauf befindlicher Coins zurückzuführen ist. Dies trifft eine wichtige Säule des Coinbase-Einnahmenmodells, da das Wachstum in anderen Bereichen noch nicht ausreicht, um dies vollständig auszugleichen.
Ein Lichtblick ist die Übernahme der Derivatebörse Deribit, die seit August vollständig berücksichtigt wird. JPMorgan erwartet, dass Deribit etwa 117 Millionen Dollar zu den Transaktionserlösen beiträgt, basierend auf einer sehr hohen Handelsaktivität bei Krypto-Derivaten.
Andere Analysten sind skeptisch
Nicht nur JPMorgan rechnet mit enttäuschenden Zahlen. Auch Barclays-Analyst Benjamin Budish ist vorsichtig. Seine Erwartungen liegen etwa zehn Prozent unter der Marktkonsens. Er verweist auf eine abnehmende Aktivität im Einzelhandel und niedrigere Erträge aus Blockchain-Belohnungen. Als Warnsignal nennt er die Zahlen von Robinhood, wo die Krypto-Umsätze bei Privatanlegern deutlich zurückgingen.
Compass Point ist noch kritischer. Analyst Ed Engel erwartet enttäuschende Zahlen im Bereich Abonnements und Dienstleistungen, das von Anlegern als stabiler als die Handelserträge angesehen wird. Seiner Meinung nach korreliert der Umsatz von Coinbase stark mit dem allgemeinen Kryptomarkt und sieht Anfang 2026 die schwächste Einzelhandelsaktivität seit langem.
Anleger werden am Donnerstagabend nicht nur auf die Zahlen selbst achten, sondern vor allem auf den Ausblick. Die Frage ist, ob Coinbase mit neuen Initiativen wie Derivaten und Futures weniger abhängig von den Schwankungen des Kryptomarktes und vom Bitcoin-Kurs werden kann.
Alphabet legt heute Abend Zahlen vor: Kann Google die KI-Rally retten?
Die Google-Mutter Alphabet legt heute ihre Quartalszahlen vor. Darauf achten Anleger bei den Ergebnissen.
Börsenupdate: Wall Street wartet auf Zahlen von Alphabet und Tesla
An der Wall Street stehen heute zahlreiche wichtige Quartalszahlen an, Samsung will in das europäische Unternehmen Mistral investieren, und der Ölpreis liegt wieder bei 90 Dollar.
Trump dämpft Hoffnung auf Frieden mit Iran: Ölpreis zieht weiter an
Die USA und der Iran greifen sich erneut gegenseitig an, der Ölpreis ist um 20 Prozent gestiegen. Warum die Straße von Hormus das größte Risiko für den Markt bleibt.
Meist gelesen
Kryptoexperte: In 24 Tagen gibt es neue XRP-Millionäre
XRP-Anleger hoffen auf den Durchbruch, weil der US-Senat den Crypto Clarity Act womöglich schon bald auf die Tagesordnung setzt.
Krypto-Anleger prognostizieren XRP-Kurs zum 1. August 2026
Polymarket-Händler sehen für XRP Anfang August eine Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent für 1,20 Dollar und von 34 Prozent für einen Kurs unter 1 Dollar.
Ripple erwog Auflösung und Ausschüttung von Milliarden XRP an Anteilseigner
Nach der SEC-Klage im Jahr 2020 prüfte Ripple nach Angaben von CEO Garlinghouse die Einstellung des Betriebs und eine Ausschüttung der eigenen XRP-Bestände an die Anteilseigner.
