Die große Kryptobörse Coinbase hat neue Krypto-Wallets vorgestellt, die speziell für KI-Agents entwickelt wurden. Diese autonomen Softwareprogramme können nun eigenständig Krypto verdienen, ausgeben und handeln. Laut dem börsennotierten Kryptounternehmen ist dies ein weiterer Schritt hin zu einer Wirtschaft, in der Maschinen selbstständig Transaktionen durchführen.
Autonome Krypto-Transaktionen
Gestern wurde die Einführung der sogenannten Agentic Wallets angekündigt. Die Programmierer Erik Reppel und Josh Nickerson erklärten, dass die Infrastruktur speziell für KI-Agents entwickelt wurde, die eigenständig On-Chain-Transaktionen (also auf der Blockchain) durchführen.
Das Unternehmen experimentiert bereits seit längerem mit KI. Im November 2024 brachte Coinbase AgentKit auf den Markt, ein Entwickler-Framework, mit dem Programmierer Wallets mit KI-Agents verknüpfen konnten. Die Agents waren jedoch darauf beschränkt, Analysen und Unterstützung zu bieten, ohne eigenständig Transaktionen oder Handelsaufträge auszuführen.
Mit den neuen Agentic Wallets ändert sich das. Agents können über das x402-Protokoll eigenständig Zahlungen vornehmen. Dieses Protokoll wurde für autonome KI-Anwendungen entwickelt und soll bereits 50 Millionen Transaktionen verarbeitet haben.
Über x402 können Agents beispielsweise API-Schlüssel kaufen, Rechenkapazität erwerben oder Premium-Daten freischalten. Sie können auch auf Base, dem eigenen Layer-2-Netzwerk von Coinbase auf Ethereum (ETH), aktiv sein, wo Transaktionen schneller und kostengünstiger sind.
Eine Krypto-Wallet ist eine digitale Geldbörse, mit der man Kryptowährungen verwaltet. Anstelle einer Bank, die das Guthaben verwaltet, verwaltet man selbst die privaten Schlüssel, die Zugriff auf das Guthaben auf der Blockchain gewähren.
Normalerweise verwendet ein Mensch eine solche Wallet über eine App, um eine Transaktion manuell zu bestätigen, beispielsweise um Ethereum zu senden oder einen Token zu kaufen. Die Blockchain dient dabei als öffentliches digitales Hauptbuch, in dem alle Transaktionen festgehalten werden.
Mit den Agentic Wallets kann ein KI-Agent innerhalb vorher festgelegter Grenzen Transaktionen unterzeichnen. Der Nutzer bestimmt, welche Befugnisse die Software erhält, wie etwa das automatische Rebalancieren eines Portfolios oder das Verwalten von Liquidität auf dezentralen Börsen.
Krypto als Treibstoff für KI-Agents
KI-Agents sind Programme, die eigenständig Entscheidungen treffen und Aufgaben ohne direkte menschliche Intervention ausführen. Sie können Märkte überwachen, Renditen vergleichen oder automatisch Dienstleistungen erwerben.
Das traditionelle Bankensystem ist dafür nicht ausgelegt. Banken erfordern menschliche Identifikation, Genehmigungen und arbeiten mit Vermittlern. Für Software, die rund um die Uhr Mikrozahlungen tätigt, ist das unpraktisch.
Krypto ist programmierbar und funktioniert rund um die Uhr ohne zentrale Instanz. Dadurch können KI-Agents direkt und weltweit mit digitalen Währungen wie Bitcoin, Ethereum oder Stablecoins bezahlen.
Tether-CEO Paolo Ardoino äußerte letztes Jahr die Erwartung, dass in fünfzehn Jahren eine Billion KI-Agents aktiv sein werden. Seiner Meinung nach werden sie massenhaft Bitcoin (BTC) und USDT nutzen. „Jeder KI-Agent wird künftig eine eigene Wallet haben, und das muss eine selbstverwaltete Wallet sein“, sagte er.
Auch Circle-CEO Jeremy Allaire sieht voraus, dass in drei bis fünf Jahren Milliarden von KI-Agents Krypto und Stablecoins für tägliche Zahlungen verwenden werden.
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