Krypto-Treasuries haben in den vergangenen Monaten ihre Bilanzen kräftig mit Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Solana (SOL) aufgestockt. Dennoch ist der Kampf um Anleger härter denn je. Laut Analysten von Coinbase könnte das dazu führen, dass sich Unternehmen schon bald gegenseitig aufkaufen. Doch wer bleibt übrig, wenn der Markt reifer wird?
Coinbase sieht Anzeichen einer Umstrukturierung
David Duong, Leiter Investment Research bei Coinbase, sieht klare Anzeichen für eine Umstrukturierung. Er erklärt, dass Unternehmen in der nächsten Phase des sogenannten DAT-Zyklus (Digital Asset Treasury) häufiger Fusionen und Übernahmen in Betracht ziehen werden. „Neben Strategien zur Stützung des Aktienkurses könnten Firmen auch Fusionen und Akquisitionen ins Auge fassen – so wie der jüngste Deal zwischen Strive und Semler Scientific.“
Strive ist ein Vermögensverwalter, der sich vollständig auf Bitcoin konzentriert. Das Unternehmen gab am 22. September bekannt, den Branchenkollegen Semler Scientific in einem All-Stock-Deal zu übernehmen, bei dem die Zahlung vollständig in Aktien erfolgt. Nach Einschätzung Duongs ist das nur ein Vorbote dessen, was noch kommt.
Krypto-Treasuries suchen derweil ebenfalls nach Wegen, ihre Rendite zu steigern. Dafür setzen sie kryptonative Strategien ein, etwa staking und sogenanntes DeFi-Looping. Dabei wird dieselbe Coin wiederholt geliehen und erneut eingesetzt, um die Rendite zu verstärken.
Nach Duong hängt viel davon ab, wie sich Regulierung, Liquidität und Marktdruck entwickeln. Nicht alle Unternehmen werden seiner Ansicht nach diesem Sturm standhalten können. Dieses Bild wird durch einen Bericht von Standard Chartered untermauert, der prognostiziert, dass ein Teil dieser Firmen letztlich vom Markt verschwinden wird.
Treasuries halten Milliardenbeträge in Bitcoin, Ether und Solana
In einer früheren Studie hielt Coinbase fest, dass der Wettbewerb zwischen Krypto-Treasuries in eine neue Phase eingetreten ist. Duong beobachtet, dass sich Unternehmen zunehmend als direkte Konkurrenten positionieren und versuchen, innerhalb einer einzelnen Coin zu dominieren.
Dabei spielen Größe und finanzielle Manöver eine Rolle. So kündigte Thumzup, ein Medienunternehmen mit Beständen in Bitcoin und Dogecoin (DOGE), im vergangenen Monat an, sein Aktienrückkaufprogramm von 1 Million auf 10 Millionen US-Dollar zu erhöhen. DeFi Development Corp, eine Solana-Treasury, weitete das Programm sogar von 1 auf 100 Millionen US-Dollar aus.
Allerdings führt ein Aktienrückkauf nicht immer zu höheren Kursen. Laut Duong hängt das stark davon ab, wie Anleger die fundamentale Gesundheit eines Unternehmens einschätzen. Mitunter kann es sogar ein negatives Signal senden. Die Aktie der TON Strategy Company fiel beispielsweise nach der Ankündigung eines Rückkaufprogramms um 7,5 Prozent.
Die Branche hat inzwischen beachtliche Positionen aufgebaut. Laut Zahlen halten DATs inzwischen mehr als 1,55 Millionen Bitcoin, im Wert von rund 183 Milliarden US-Dollar. Zudem befinden sich 5,49 Millionen Ethereum (24 Milliarden US-Dollar) und über 13,4 Millionen Solana (3 Milliarden US-Dollar) in den Händen börsennotierter Akteure.
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