Das neue Jahr steht vor der Tür und laut der Kryptobörse Coinbase beginnt eine Phase grundlegender Veränderungen. Nicht mehr der Hype unter privaten Anlegern treibt den Markt an, sondern der Fokus verlagert sich auf strukturelle Dynamiken. Was bedeutet das für den Kryptosektor im Jahr 2026?
Nicht mehr Hype, sondern Struktur treibt den Kryptomarkt an
In seinem 2026 Crypto Market Outlook beschreibt Coinbase einen Sektor, der sich von den klassischen Hypezyklen löst. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich von Retail und Spekulation zu strukturellen Entwicklungen und einer Konzentration der Aktivitäten. Laut dem Bericht werden insbesondere drei Bereiche den Ton angeben, wobei der wichtigste die Perpetual Futures sind.
Perpetual Futures steuern den Markt
Derivate, insbesondere Perpetual Futures, haben sich laut Coinbase zum Herzstück des Kryptomarkts entwickelt. Der Großteil des Handelsvolumens findet inzwischen auf diesen Märkten statt.
Die Preisbildung wird heute hauptsächlich durch die Menge des im Markt befindlichen Kapitals, die Positionierung der Händler und die Kosten für das Halten einer Position bestimmt. Der Einfluss der privaten Anleger nimmt dabei stetig ab.
Im Oktober 2025 wurde der Markt durch eine Rekordanzahl von Liquidationen erschüttert. Kurz nachdem Bitcoin (BTC) sein Allzeithoch von über 126.000 Dollar erreicht hatte, wurden innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von fast 19 Milliarden Dollar liquidiert. Coinbase bezeichnete dies als ‘strukturellen Reset’: Spekulatives Kapital wurde aus dem Markt gefegt, und seitdem wurde die Hebelwirkung erheblich reduziert. Die aktuelle Struktur sei dadurch stabiler und weniger anfällig für Schocks.
Was sind Perpetual Futures?
Perpetual Futures sind Finanzkontrakte, die es Händlern ermöglichen, auf den Preis beispielsweise einer Kryptowährung zu spekulieren, ohne diese tatsächlich zu besitzen. Im Gegensatz zu klassischen Futures haben diese Verträge kein Enddatum. Sie laufen weiter, solange die Position offen bleibt.
Vorhersagemärkte gewinnen an Bedeutung
Im Jahr 2025 erlebten Prognosemärkte ihren Durchbruch. Auf diesen Plattformen können Benutzer auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse wie Wahlen oder Zinsentscheidungen wetten.
Plattformen wie Kalshi und Polymarket verzeichneten einen explosionsartigen Anstieg ihres Handelsvolumens. Im Dezember 2025 erreichten sie zusammen ein Rekordvolumen von 8,1 Milliarden Dollar, verglichen mit nicht einmal 1,4 Milliarden im August, laut Daten von IntoTheBlock.
Coinbase reagiert darauf, indem es selbst Vorhersagemärkte anbietet, zusätzlich zu seinem bestehenden Aktienhandelsangebot. Das Ziel ist eine All-in-One-App, die rund um die Uhr verfügbar ist. Der Rollout beginnt außerhalb der Vereinigten Staaten, in Zusammenarbeit mit Kalshi.
Stablecoins bleiben das Rückgrat
Laut Coinbase bleiben Stablecoins das Fundament der nicht-spekulativen Kryptoaktivitäten. Ihre Anwendung reicht inzwischen über den Handel hinaus: Sie werden für internationale Zahlungen, Abwicklungen und Liquiditätsmanagement genutzt.
Die Börse betont, dass Stablecoins keine Konkurrenz zu neuen Technologien darstellen, sondern eine Brücke zu breiteren digitalen Märkten bilden. Coinbase arbeitet dabei eng mit Circle zusammen, dem Herausgeber von USDC.
Auf Grundlage der aktuellen Vereinbarungen erhält Coinbase alle Zinserträge aus USDC, die auf seiner Plattform gehalten werden. Dank dieser Struktur profitiert das Unternehmen finanziell stark vom Wachstum dieser Stablecoin.
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