In den USA arbeiten Politiker intensiv an einem wichtigen Kryptogesetz, dem Clarity Act. Obwohl der Vorschlag seit Monaten auf Hürden stößt, zeichnet sich nun eine Annäherung ab. Einem hochrangigen Coinbase-Manager zufolge wird hinter den Kulissen an einem Kompromiss gearbeitet, der sowohl Banken als auch die Kryptobranche zufriedenstellen soll.

Stablecoin-Zinsen spalten Krypto- und Bankensektor

Der zentrale Streitpunkt betrifft die Verzinsung von Stablecoins. Krypto-Plattformen wie Coinbase möchten Nutzer für ihre Guthaben belohnen, während Banken strikt dagegen sind.

Dies gefährdet ihr Geschäftsmodell. Sie befürchten, dass Geld von Sparkonten abgezogen und in Krypto investiert wird, da dort höhere Renditen möglich sind.

Der Clarity Act ist ein bedeutendes amerikanisches Gesetz, das klare Regeln für den Kryptomarkt schaffen soll. Es legt fest, wann eine Coin als Wertpapier oder Rohstoff gilt und welche Aufsichtsbehörde zuständig ist. Damit soll die aktuelle Unsicherheit beendet werden.

Paul Grewal, der Chief Legal Officer von Coinbase, sieht dies anders. In einem Interview mit Fox Business erklärte er, dass die Sorgen der Banken nicht durch Fakten gestützt werden.

„Ich verstehe das theoretische Argument, dass Stablecoins Geld aus Banken abziehen könnten“, sagte er. „Doch wenn das tatsächlich der Fall wäre, hätten wir dafür Beweise. Diese fehlen jedoch.“

Laut Grewal geht die Diskussion über Krypto hinaus. Er sieht es als umfassendere Veränderung der Funktionsweise von Geld.

„Es geht hier nicht nur um den Kauf und Verkauf von Tokens“, erklärte er. „Es geht darum, Technologie zu entwickeln, die unser Finanzsystem wirklich verändern und für die breite Bevölkerung verbessern kann.“

Clarity Act steht vor dem nächsten Schritt

Der amerikanische Clarity Act bewegt sich langsam auf einen Durchbruch zu, doch verlief der Prozess bisher mühsam. Im Januar wurde eine geplante Senatsanhörung in letzter Minute verschoben, auch weil Coinbase damals seine Unterstützung zurückzog und Kritik an Teilen des Gesetzes äußerte.

Seitdem hat sich der Konflikt zwischen Banken und Kryptosektor weiter zugespitzt. Banken fordern strenge Beschränkungen für Stablecoin-Zinsen, während Kryptounternehmen Spielraum für nutzerfreundliche Renditen wünschen.

Dennoch scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Laut Grewal ist eine Einigung greifbarer denn je. „Ich denke, wir sind kurz vor einer Einigung“, sagte er. „Es wird zunehmend anerkannt, dass Belohnungen wichtig sind, während andere Teile des Gesetzes weiterhin entscheidend bleiben.“

Er erwartet, dass die nächste Phase nicht lange auf sich warten lässt. Möglicherweise steht in wenigen Wochen eine wichtige Diskussion im Senat an, gefolgt von einer Abstimmung.

Coinbase-CEO Brian Armstrong äußerte sich zuvor ebenfalls positiv über das Gesetz, verweigerte jedoch kürzlich die Unterstützung einer neuen geleakten Version, indem er die Regelungen als zu streng bezeichnete. Weitere Informationen

Das überrascht kaum, da Beschränkungen bei Stablecoin-Zinsen erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell des Unternehmens haben. Coinbase generiert erhebliche Einnahmen aus Stablecoins und erwartet Erlöse von über 1,5 Milliarden Dollar im Jahr 2025.

Ripple-CEO Brad Garlinghouse bleibt optimistisch. Zwar nannte er ursprünglich April als Zeitpunkt für die Verabschiedung des Gesetzes, hat seine Erwartungen nun jedoch auf Mai verschoben. Weitere Informationen

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