Die Vereinigten Staaten rechnen ihre Goldreserven immer noch auf Basis eines Preises von 1973 ab. Dadurch sind fast $900 Milliarden ‚versteckt‘ in den Büchern. Coinbase’s Sebastian Bea sieht darin keinen Fehler, sondern eine Chance: Bewerte das Gold neu und wandele den Gewinn in Bitcoin um. Ein radikaler, aber legaler Weg zu einer nationalen Krypto-Reserve.
Überholter Goldpreis als verborgene Stärke
Die USA besitzen über 261 Millionen Unzen Gold, immer noch bewertet zu $42.22 pro Unze. Diese Zahl stammt aus einer Zeit, als Nixon noch Präsident war. Zum aktuellen Marktpreis von über $3.300 pro Unze ergibt sich eine Differenz von etwa $900 Milliarden zwischen Buchwert und tatsächlichem Wert.
Laut Bea besteht hier eine einzigartige Chance: Ändere einen einzigen Satz im amerikanischen Gesetz (31 U.S.C. § 5117), bewerte das Gold neu, gib Goldzertifikate auf Basis des neuen Preises heraus und nutze den Buchgewinn, um einen souveränen Investitionsfonds zu gründen. Laut ihm bietet diese Konstruktion eine Möglichkeit, in großem Umfang in Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen zu investieren, ohne die Staatsschuld zu erhöhen.
Der Vorschlag klingt gewagt, ist aber technisch durchführbar. Und er könnte den USA einen Vorsprung verschaffen in dem, was immer mehr wie ein geopolitisches Rennen um monetäre Unabhängigkeit aussieht.
Die USA haben bereits einen großen Schritt in Richtung einer digitalen Reserve gemacht. Die Regierung besitzt fast 200.000 Bitcoin, größtenteils aus strafrechtlichen Beschlagnahmungen. Seit März gehören diese Münzen zu den nationalen Reserven des Landes.
Weltweite Auswirkungen möglich
Wenn die USA ihr Gold neu bewerten und Bitcoin zu den Reserven hinzufügen, würde das nicht unbemerkt bleiben. Zentralbanken beobachten scharf die Schritte der anderen, besonders jetzt, wo Gold massenhaft aufgekauft wird. Ein neues Spielfeld, mit Bitcoin als geopolitisches Instrument, ist keine abwegige Vorstellung.
Mit dem Überschreiten der $97.000 hat Bitcoin eine wichtige psychologische Marke hinter sich gelassen. Der Markt hat damit ein klares Signal gesendet: Die Nachfrage ist da, das Vertrauen wächst. Diese Dynamik kann von den Politikmachern nicht ignoriert werden, besonders jetzt, wo digitale Strategien immer mehr auf der Tagesordnung stehen.
Sollten die USA tatsächlich Bitcoin zu ihren Reserven hinzufügen, würde das nicht nur ihre eigene Bilanz verändern, sondern auch das Gleichgewicht in den internationalen finanziellen Beziehungen. Länder, die jetzt noch zögern, könnten sich gezwungen sehen, schnell zu folgen, nicht aus Überzeugung, sondern aus geopolitischer Notwendigkeit.
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