Die US-Investmentbank Citi hat die Aktie von Strategy (MSTR) mit einer Kaufempfehlung, einem Kursziel von 485 Dollar und einer High-Risk-Einstufung versehen. Nach Ansicht der Bank ist die Aktie ein direkter Hebel auf die nächste Aufwärtsphase von Bitcoin.
Wie Citi auf das Kursziel kommt
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts notierte Strategy bei rund 301 Dollar, während der Bitcoin-Kurs um 108.000 Dollar pendelte. Citi erwartet, dass Bitcoin innerhalb von zwölf Monaten auf 181.000 Dollar steigen kann – ein Plus von gut 60% gegenüber dem aktuellen Niveau.
Die Analysten von Citi stützen ihre Bewertung auf das Ein-Jahres-Bitcoin-Ziel der Bank und die Nettoinventarwert-Prämie (NAV) von Strategy, die historisch zwischen 25% und 35% schwankt.
Diese Prämie spiegelt den Hebeleffekt des Unternehmens gegenüber Bitcoin wider: Bei steigenden Kursen bewegt sich die Strategy-Aktie im Schnitt 2,5- bis 3,5-mal stärker. In Bullenmärkten sorgt das für kräftige Gewinne, bei Rückgängen können die Verluste jedoch ebenso heftig ausfallen.
Die Bank bezeichnet Strategy als ein „amplified play“ auf Bitcoin: eine börsennotierte Proxy für Anleger, die an der Digitalwährung teilhaben wollen, ohne sie direkt zu besitzen.
Dennoch warnt Citi vor den Risiken. In einem Bären-Szenario, in dem Bitcoin um 25% fällt und die NAV-Prämie von einem Aufschlag von 35% in einen Abschlag von 10% kippt, könnte die Aktie rund 60% an Wert verlieren.
Michael Saylors Bitcoin-Modell
Citi führt den Erfolg von Strategy auf Michael Saylor zurück, den Mitgründer und Executive Chairman, der 2020 eine radikale Kehrtwende beim Geschäftsmodell einleitete. Strategy wandelte sich von einem klassischen Softwareanbieter zu einem Unternehmen, das de facto als Bitcoin-Treasury fungiert.
Dieses Modell, bei dem die Bilanz eines Unternehmens überwiegend aus Bitcoin statt aus Cash besteht, ist seither zum Vorbild für andere Firmen geworden, die ihre Reserven vor Inflation oder Währungsrisiken schützen wollen.
Laut dem Bericht nutzt Strategy seine NAV-Prämie, um frisches Kapital über wandelbare Anleihen, Vorzugsaktien und Aktienemissionen aufzunehmen. Die Erlöse werden anschließend zum Kauf weiterer Bitcoin eingesetzt, womit das Unternehmen seine Hebelposition weiter ausbaut.
Strategy baut seine Bitcoin-Position weiter aus
Nur einen Tag vor der Veröffentlichung des Citi-Berichts meldete Strategy erneut einen Kauf von 168 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 112.051 Dollar pro Coin.
Damit hält das Unternehmen nun insgesamt 640.418 Bitcoin und ist damit der weltweit größte Bitcoin-Halter unter den Unternehmen.
Citi führt aus, dass der sogenannte „Bitcoin-Yield“-Effekt – die Zunahme der Bitcoin-Anzahl je ausstehender Aktie – ein wesentlicher Treiber der NAV-Prämie von Strategy ist. Diese Kennzahl hat laut der Bank einen starken Einfluss auf das Marktsentiment rund um die Aktie und untermauert ihren Status als die direkteste, öffentlich handelbare Aktienposition auf Bitcoin.
Das Fazit: hohes Risiko, aber auch hohes Potenzial
Mit der neuen Analyse zeichnet Citi ein klares Bild: Strategy hat sich zu einem Hochrisiko-Hochrendite-Vehikel für Anleger entwickelt, die an den langfristigen Wert von Bitcoin glauben.
Das Kursziel von 485 Dollar spiegelt das Vertrauen der Bank in die nächste Aufwärtswelle am Kryptomarkt wider. Zugleich zeigt der Bericht die Verwundbarkeit des Modells: Die Volatilität von Bitcoin wird bei Strategy durch Hebelwirkung und Sentiment zusätzlich verstärkt.
In den Worten von Citi: Wer Strategy kauft, kauft im Grunde Bitcoin – mit zusätzlichem Risiko und zusätzlichem Potenzial.
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