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Asiatische Chipwerte stehen am Donnerstag deutlich unter Druck. Die Verkaufswelle bei US-Halbleiterwerten griff unmittelbar auf die Region über, wobei SK Hynix am stärksten getroffen wurde.
Die Aktie verlor in Seoul mehr als 11 Prozent und gab damit die Gewinne der vorangegangenen Sitzung nahezu vollständig wieder ab. Bereits Anfang der Woche war SK Hynix deutlich unter Druck geraten, nachdem Anleger nach dem US-Börsendebüt Gewinne mitgenommen hatten.

Das ist relevant, weil SK Hynix zu den zentralen Werten der KI-Story zählt. Das Unternehmen liefert High-Bandwidth-Memory, also Speicherchips, die für Nvidias KI-Prozessoren entscheidend sind.
Die Schwäche beschränkte sich nicht auf SK Hynix. Samsung Electronics fiel um mehr als 7 Prozent, Seoul Semiconductor verlor gut 5 Prozent.
Auch japanische KI- und Chipwerte gerieten unter Druck. Advantest büßte mehr als 6 Prozent ein, SoftBank gab fast 7 Prozent nach, Tokyo Electron verlor gut 5 Prozent.
Die Bewegung folgt auf eine schwache Sitzung bei US-Chipaktien. Micron verlor 8 Prozent, Intel fiel um mehr als 4 Prozent, auch Lam Research und AMD gaben nach.
Der Verkaufsdruck dürfte vor allem mit Gewinnmitnahmen nach einer massiven Rally zusammenhängen. Anleger stellen wieder stärker infrage, wie viel des künftigen KI-Wachstums bereits in den Kursen eingepreist ist.
Hinzu kamen einige negative Signale aus dem Rechenzentrumssektor. In New York wurde vorübergehend eine Pause für neue groß angelegte Rechenzentrumsprojekte angekündigt, während strengere Vorgaben zu Energie, Wasser und Umwelt ausgearbeitet werden.
Das trifft die breitere KI-Story. Die enorme Nachfrage nach Chips hängt direkt mit dem Bau von Rechenzentren zusammen. Wenn dieser Ausbau an einzelnen Standorten durch Energie- oder Umweltauflagen gebremst wird, könnte das Anleger mit Blick auf das Tempo der KI-Einführung nervöser machen.
Auch Berichte, wonach sich CoreWeave womöglich gegen künftige Rückgänge bei Speicherpreisen absichert, nährten die Zweifel.
Auffällig ist, dass die Verkaufswelle kurz nach starken Nachrichten von ASML einsetzt. Der niederländische Chipausrüster hob zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Umsatzprognose an und rechnet nun mit Erlösen von 43 bis 45 Milliarden Euro.

Das spricht eher für eine anhaltend starke Nachfrage nach moderner Chipfertigung. Die aktuelle Schwäche ist daher noch kein klares Signal für bröckelnde Fundamentaldaten in der Chipbranche. Vielmehr prallen starke strukturelle Nachfrage und sehr hohe Bewertungen aufeinander.
Darin dürfte der Kern liegen. Chipwerte haben für die Börse enorm an Bedeutung gewonnen. Nach Einschätzung einiger Marktkenner stellen Halbleiterunternehmen inzwischen rund 20 Prozent des S&P 500.
Das ist ausgesprochen hoch. Während der Dotcom-Blase lag dieser Anteil bei etwa 8 Prozent. Historisch bewegte er sich häufig zwischen 2 und 5 Prozent.
Wenn ein einzelner Sektor ein derart hohes Gewicht erreicht, wird er anfällig für Gewinnmitnahmen. Selbst gute Nachrichten reichen dann mitunter nicht aus, um die Kurse weiter nach oben zu treiben.
Die US-Futures notieren im Plus, während Halbleiterwerte unter Druck geraten. Das müssen Anleger heute an der Börse wissen.
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